UNTER DEN KURZWÖRTERN finden sich Kopfwörter wie Kilo (statt Kilogramm) und Schwanzwörter wie Schirm (statt Regenschirm). MAGA ist keines von beiden, sondern ein aus vier Anfangsbuchstaben zusammengesetztes Akronym, näherhin eines, das sich wie Nato oder Opec wortartig aussprechen lässt. Unserem Leser Sch. zufolge ist „nicht jeder mit Trump so vertraut“, dass er die hinter MAGA bzw. Maga stehende Parole „Make America Great Again“ hersagen könnte. Er fordert die Erläuterung dieser Abkürzung, übersieht dabei freilich, dass dies bei uns sehr oft geschieht. Man wird abwarten müssen, ob sich das Kurzwort samt Erläuterung eines Tages von selbst erledigt. Augenblicklich sieht es nicht danach aus.
UM AUFKLÄRUNG kommt Leser H. ein. Wenn, fragt er, Julia Klöckner „zweite Frau im Staat“ werden soll, nämlich Bundestagspräsidentin, wer ist dann die erste? Nun, das ist Frank-Walter Steinmeiers Frau Elke Büdenbender, wobei auch Olaf Scholz’ Frau Britta Ernst schon der Titel einer First Lady angehängt wurde. Der Posten der „dritten Frau im Staat“ ist mangels einer belastbaren Stellenbeschreibung vakant.
DIE BEZEICHNUNG „Ungläubiger“ alias „Giaur“ verwendet Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas usw. bei Karl May verschwenderisch, gleich zu Beginn von „Durch die Wüste“ mit dem Zusatz, der „Ungläubige“ sei widerlicher „als eine Ratte, die nur Verfaultes frisst“. Diesen Schuh muss sich kein Christ, sonst wie Gläubiger oder Agnostiker anziehen, weswegen bei uns und in anderen Blättern der abwertende Titel üblicherweise in distanzierende Anführungszeichen gesetzt wird. Kürzlich fielen sie weg, und das nicht nur bei uns. Es ging um einen Angeklagten, welcher laut Staatsanwaltschaft das Ziel gehabt habe, „Ungläubige zu töten“. Die Meldung war über dpa gekommen, und selbst wenn der Oberstaatsanwalt bei seinem Statement Gänsefüßchen in die Luft gezeichnet haben sollte, fehlten sie in der Meldung. Unsere Leserin H. kritisiert das mit Recht und dem guten Argument, dass man sich damit der Ideologie der Islamisten unterwerfe.
