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Sprachlabor:Schreibweisen

Einige Leser amüsieren sich über den Like-Bottom anstelle des Like-Buttons, sogar zu Poesie veranlasst die nicht ganz richtige Schreibweise. Ein anderer Leserbriefschreiber stellt klar, dass man säen richtigerweise ohne "h" schreibt.

SO HERZLICHE ZUSTIMMUNG hat das Feuilleton schon lang nicht mehr erfahren. Dass der Like-Button, den Instagram abzuschaffen gedenkt, im Titel als "Like-Bottom" geführt wurde, bewog Leser R. zu diesem Dank: "I thank you from the bottom of my heart, and from my wife's bottom too." Bis in die Nacht hörte man aus dem Feuilleton: "Bottoms up!"

WER WIND SÄT, erntet Sturm, besonders wenn er säen mit "h" schreibt. Das heißt, einen Sturm verursachte der Titel "Wer Wind säht" nicht, wohl aber Wortspiele von der Sorte, dass man dieses "h" lieber verschwinden sähe. Leser H. fand eine andere Schreibweise in dem Artikel falsch: die Windschlüpfrigkeit, die in seinen Augen ohne "r" auskommen müsste, weil hier "ja nicht von öligen Altherrenwitzen berichtet werden" soll, sondern davon, wie gut ein Auto durch den Windkanal "schlüpft", also mit dem dort herrschenden Strömungswiderstand zu Rande kommt. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die unter Auto-Journalisten gängige Metapher für einen miserablen cw-Wert "windschlüpf(r)ig wie eine Schrankwand" lautet.

ES HAT SICH EINGEBÜRGERT, bei der Bezeichnung von Lokalen exotischeren Gepräges Sprachökonomie walten zu lassen, also nicht zu sagen: "Ich gehe in das beliebte, von Alexis, dem Griechen, geführte Restaurant", sondern: "Ich gehe zum Griechen". Es kommt freilich selbst bei so einer Allerweltsformulierung auf die richtige Präposition an. In diesem Fall ist es die das Ziel angebende Präposition zu, von der abzuweichen zu einer komischen, vielleicht sogar peinlichen Schieflage führen kann - zumindest für Leser wie Herrn K., der einen Hang zu Spitzfindigkeiten zu haben scheint. Er fasste die Meldung, dass Pete Buttigieg, der Bürgermeister von South Bend, einen Journalisten "in seinen Lieblingsmexikaner" eingeladen habe, so wörtlich auf, wie das nur gehen mochte. Klarstellung: Die beiden waren beim Mexikaner, nicht in ihm.