Wenn wir unseren Kindern und Enkeln keinen unendlich großen Schuldenberg auf ewige Zeiten hinterlassen wollen, brauchen wir einen Solidarpakt in Deutschland, in dem wir uns gegenseitig helfen und Verantwortung füreinander übernehmen. Jeder in Deutschland sollte gesetzlich verpflichtet werden (wie beim Solidaritätszuschlag), gemäß einer progressiven Staffelung einen angemessenen Teil seines Einkommens und Vermögens in einen Solidartopf einzubezahlen, aus dem die Schulden der Corona-Epidemie ausgeglichen werden. Auch ohne Sozialismus, sondern einfach aus Humanität: Wer mehr hat, muss mehr geben. Wenn dies nicht gelingt, wird der gesellschaftliche Sprengsatz unbeherrschbar, und die vielen Verlierer der Corona-Krise werden sich radikalisieren. Damit das nicht passiert, braucht es bei sehr vielen Deutschen ein Umdenken in der Einstellung zu materiellen Gütern. Nur so wird Deutschland die enormen Herausforderungen bewältigen und eine der führenden Industrienationen der Welt bleiben.
Thomas Gottfried, Freising