Kaum reißt der Erste den Mund auf, geht es auch schon los: Dann wird um die Wette gegähnt, als ob es was zu gewinnen gäbe. Gähnen ist nämlich tatsächlich ansteckend. So sehr, dass viele sogar gähnen müssen, wenn sie nur davon lesen. Die Psychologie weiß, warum wir olle Nachmacher sind. Es liegt an den Spiegelneuronen im Gehirn, einem Netz aus Nervenzellen. Sie lassen uns mit anderen mitfühlen und sich nur schwer unterdrücken. Der Effekt ist umso stärker, je lieber man einen gähnenden Menschen mag. Gähnen schweißt zusammen. Allerdings lassen sich manche Menschen leichter vom Gähnen anstecken als andere. Das liegt daran, dass unsere Gehirne unterschiedlich funken. Bei manchen geht es ratzfatz: Jemand gähnt, das Gehirn schießt ein Signal an die Muskeln und schon öffnet sich der Mund. Bei anderen ist das Gehirn gelassener und schickt das Signal nicht los. Mit einem kleinen Experiment kann man herausfinden, zu welcher Gruppe man selbst gehört: Einfach morgens nach müden Gesichtern Ausschau halten und gucken, wie schnell es im Hals kitzelt.
SchlaumeiereiDarum ist Gähnen ansteckend
Von Leonie Georg