Kennt jeder: Man zieht Schuhe und Strümpfe aus und eine kleine Stinkbombe geht hoch. Alarm, Käsefüße! Das nennt man so, weil Füße tatsächlich nach Käse müffeln. In beiden Fällen stecken Bakterien hinter dem Gestank. Genauer: Milchsäurebakterien, die Schweiß zersetzen. Davon gibt es an den Füßen eine Menge, mehr als 500 Schweißdrüsen tummeln sich dort auf einem einzigen Quadratzentimeter. Wahrscheinlich aus evolutionären Gründen: Schweiß sorgte früher auf der Flucht für bessere Haftung am Boden. Heute aber sind wir selten barfuß und müssen noch viel seltener vor etwas wegrennen. Die Schweißdrüsen aber sind noch da und arbeiten munter weiter. Der eigentlich geruchlose Schweiß trifft dann im feuchtwarmen Schuhklima auf Bakterien. Sie produzieren bei seiner Zersetzung drei Stoffe, die den Käsefußgeruch ausmachen: das Gas Methantiol, das wie fauliges Gemüse riecht. Propionsäure, die eine säuerliche Note beisteuert. Und Isovaleriansäure, die an ranzige Fett erinnert.