S-Bahn-Verspätungen:Krokodilstränen statt echter Abhilfe

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Angesichts neuer Verspätungsrekorde rüffeln die MVV-Gesellschafter die Bahn. Dabei könnte die Politik bessere Voraussetzungen für eine pünktlichere S-Bahn schaffen.

"Freistaat und Stadt sind sauer auf die S-Bahn" (20. Januar), die MVV-Gesellschafter Freistaat, Stadt und Landkreise rügen, dass die Pünktlichkeitswerte so schlecht geworden seien wie seit zehn Jahren nicht mehr:

Was ist eigentlich mit unseren Politikern los? Erst wird die S-Bahn München mit ihrer kräftigen Hilfe gegen die Wand gefahren - und jetzt regen sie sich über das schlechte Funktionieren der S-Bahn auf. Wozu gibt es eigentlich die Bayerische Eisenbahngesellschaft? Die hat seit Jahren vor sich hin geschlafen, statt sich um grundlegende Fragen der S-Bahn zu kümmern.

Was hat das bayerische Verkehrsministerium für den Ausbau der S-Bahn getan? Seit Jahrzehnten und auch heute halten deren Mitglieder Sonntagsreden ohne fachlichen Inhalt. Sonst nichts.

80 Prozent aller Verspätungen der S-Bahn München entstehen auf den Außenästen des Netzes. Das hätte seit Jahrzehnten massiv ausgebaut werden müssen.

Unsere jetzt schimpfenden Politiker haben das aber selbst verhindert.

Die zweite Stammstrecke, die Milliarden verschlingt, hilft überhaupt nicht, die Verspätungen auf den Außenästen zu mindern. Auch eine Taktverdichtung ist durch den Bau der zweiten Stammstrecke nicht möglich, weil die Probleme, wie gesagt, auf den Außenästen entstehen.

Die sind restlos überlastet, weil Fernverkehr und S-Bahn meistens auf der gleichen Trasse fahren müssen. In den nächsten Jahren wird der Personen- und Güterfernverkehr häufiger unterwegs sein, eine dringend notwendige Taktverdichtung ist deshalb nicht möglich und die Verspätungen der S-Bahn werden noch größer werden.

Eine Taktverdichtung funktioniert auch auf den eingleisigen S-Bahnstrecken nicht. Verspätungen sind auch hier, wie bisher, programmiert. Wer hat sich damals für den Unfug der zweiten Stammstrecke gegen den Wunsch neutraler Fachleute entschieden? Die Politiker.

Und jetzt wird geschimpft statt endlich zu handeln.

Hans Hermann Lüdorf, Kirchheim-Heimstetten

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