Rente:Gemeinsam, aber verträglich

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Was der Staat tun kann, damit die Rente später doch reicht. Und welche Rolle Kinderlose dabei spielen sollten - und welche lieber nicht.

Zu "Sechs Ideen, wie man die Rente retten kann" vom 25./26. September:

In Zahlen ausgedrückt

In 17 Folgen zur Alterssicherung nennt die SZ fast keine Zahlen. Die Performance der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) kann durch folgende Zahl charakterisiert werden: die Standardrente vor Steuern betrug 1327 Euro monatlich im Jahr 2019. Die Kaufkraft dieser Standardrente ist seit 1991 um sechs Prozent gesunken und reicht heute kaum zum Leben. Rund zwei Drittel der GRV-Empfänger erhält nur diese gesetzliche Rente, ein Drittel erhält zusätzlich eine Betriebsrente oder eine Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes. Die Situation bei Ehepaaren ist nicht wesentlich besser. "Gemeinsam schultern" ist der richtige Ansatz. Kinder spielen dabei eine wichtige Rolle. Von den sechs genannten Ideen sind fünf vernünftig. Die Grundrente ist jedoch nichts anderes als eine Subventionierung des Niedriglohnsektors durch den Staat, da langfristig der Niedriglohn nicht zu einer ausreichenden Rente oberhalb der Armutsgefährdung führt. Das System "Niedriglohn - Rente" muss für sich im Rahmen eines Arbeitslebens zu einer akzeptablen Rente führen. Die Rettung der Rente liegt in der Arbeitsmarktausschöpfung; Löhnen, die langfristig der Produktivitätsentwicklung folgen; durchgängige Parität von Arbeitnehmern und Arbeitgebern zur Schonung der Staatsfinanzen; Abschaffung der Teilprivatisierung der Renten zugunsten eines Aktien-Fonds für alle GRV-Versicherten unter dem Dach der gesetzlichen Rentenversicherung analog zum schwedischen AP-7-Aktien-Fonds.

Dr. Lothar Sowa, Rohrenfels

Immer wieder die Kinderlosen

Sie stirbt einfach nicht aus, die Debatte, dass Kinderlose mehr belastet werden sollen, um das Rentensystem zu retten. In allen Punkten gebe ich dem Autor Hagelüken recht, nur in diesem nicht. Entgeht es dem Autor wie damals Frau Haderthauer (CSU), dass Kinderlose - so wie ich - in der Regel 40 und mehr Jahre mit Höchstbeiträgen in das Rentensystem einbezahlt haben und damit Mütter entlasten? Es ist einfach ein Skandal und billig, immer wieder auf den Kinderlosen rumzuhacken. Frauen ohne Kinder zahlen so viel in dieses Umlagesystem, wie keine Mutter mit Erziehungszeiten jemals leisten kann, und das ist auch in Ordnung. Aber diese Frauen extra zu belasten und bestrafen ist eine Frechheit. Frauen mit oder ohne Kinder gibt es, seitdem es die Pille gibt und Frauen gottlob inzwischen selbst entscheiden können, ob sie Kinder wollen oder nicht. Wie würde es um die Rentenkasse aussehen, wenn all die Beiträge der arbeitenden kinderlosen Frauen von 16 Jahren bis 65 Jahren im Rentensystem mit Lohnsteuerklasse Eins fehlen würden?

Barbara Renz, Otterfing

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