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Pflege:Im Alter doppelt belastet

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Natürlich sollen Pflegekräfte künftig besser bezahlt werden. Ältere Einzahler müssen sich aber bewusst sein, dass ihre Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung dafür kräftig steigen werden.

Zu "Pflege - Struktur statt Beifall", 13. Mai:

Unbedingt muss mehr Geld in die Pflege fließen, damit Pflegekräfte besser bezahlt und die Pflegebedingungen verbessert werden können. Allerdings: Beiträge zur Pflegeversicherung zahlen nicht nur die jüngeren Menschen, sondern auch wir älteren. Für uns ist es hart, wenn die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung steigen, da entsprechend weniger Rente ausgezahlt wird. Besonders betroffen ist, wer eine Betriebs- oder Versorgungsrente bezieht, da hier bis auf einen geringen Freibetrag die vollen Beiträge abgezogen werden. Wenn wir im Alter Pflege benötigen, sind wir doppelt belastet durch eventuell steigende Pflegeversicherungsbeiträge sowie hohe Eigenanteile vor allem in der stationären Pflege. Vorschläge, das jetzige System zu ändern und Pflege zur Aufgabe aller Bürger im Rahmen der Daseinsvorsorge zu machen und Steuermittel einzusetzen, sind daher sehr zu begrüßen.

Evelyn Thies, Ulm

Ohne Zweifel, Alten- und Krankenpflege ist körperliche und psychische Schwerstarbeit, das hat meinen höchsten Respekt. Ich wundere mich seit Jahren, dass obwohl ein Platz im Pflegeheim enorm teuer ist, das Personal so miserabel bezahlt wird. Da die gesetzliche Pflegeversicherung hinten und vorne nicht reicht für einen Heimplatz, der leicht 3000 Euro übersteigen kann, habe ich am 1.9.2007 für meinen Mann und mich eine Zusatzpflegeversicherung bei der Versicherungskammer Bayern abgeschlossen. Am 1.3.2020 teilte diese uns die Anpassung der neuen Beiträge mit. Der monatliche Beitrag meines Mannes wurde von 59.83 auf 100,92 Euro erhöht und bei mir von 59,96 auf 91.65 Euro. Auf meine Nachfrage bei der Versicherung, warum die Beiträge um ca. 40 Prozent erhöht worden sind, bekam ich folgende Antwort: "Daran sei die Politik schuld. 2017 sei das Pflegestärkungsgesetz in Kraft getreten. Aus drei Pflegestufen wurden fünf. Das habe die Pflege enorm verteuert. Gleichzeitig habe sich die Pflegedauer in den letzten Jahren erheblich verlängert. Zusätzlich könne die Versicherung durch die Nullzinspolitik aus den Beiträgen keine Rücklagen mehr erwirtschaften. Von besserer, gerechter Bezahlung der Pflegekräfte war da keine Rede.

Gertrud Winter, München

© SZ vom 09.06.2020

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