Oktoberfest:Pandemisches Wiesn-Orakel

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Die Diskussion um eine Vorverlegung des Münchner Großereignisses ist eine Phantomdebatte, die leicht ins Bizarre lappt, aber nichts bringt.

Oktoberfest: Ein Bier ohne Schaum ist kein richtiges Bier - zumindest in Bayern.

Ein Bier ohne Schaum ist kein richtiges Bier - zumindest in Bayern.

(Foto: Frank Leonhardt/dpa)

"Wie weiter mit der Wiesn?", 7. Januar:

An- und Abfahrt der Massen

Denkt man bei der Stadt München ernsthaft über ein Oktoberfest 2022 nach? Unsere Gesellschaft wird vermutlich leider auch im September und Oktober dieses Jahres pandemiebedingt mit Problemen konfrontiert werden, die auch eine "Wiesn light" verhindern. Nach meiner Ansicht ist das Festgelände nicht das Problem. Die Gefahr besteht doch bei Ankunft und Abfahrt von Menschenmassen in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Stefan Herb, Roding

Inzidenz runter, Promille rauf

Warum sollte in außergewöhnlichen Zeiten die Wiesn nicht einmal an einem anderen Termin stattfinden? Für die Düsseldorfer Karnevals-Jecken kommt der Rosenmontagszug doch auch erst Ende Mai. Sogar die Fifa-Funktionäre haben ihre Fußball-WM verschoben. Das Finale läuft nun im Advent und nicht, wie außerhalb Katars sonst üblich, im Juli. Winterzauber, statt Sommermärchen. Ein allzu großes Zeitfenster steht dafür allerdings nicht zur Verfügung. Am besten zapfen die Bierbarone das erste Fass dann an, wenn sich die Viren in der warmen Jahreszeit eine Pause gönnen. Frei nach der pandemiologischen Faustformel: Solange die Inzidenzzahl sinkt, darf der Promillewert steigen. Nie und nimmer soll die Wiesn aber im Hochsommer stattfinden! Denn ein Julifest oder Augustfest könnte sich zwar Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger vorstellen, wäre aber für Wiesnchef Clemens Baumgärtner undenkbar. Ein Septemberfest, "maximal drei Wochen früher," ist für ihn hingegen durchaus eine Option.

Egal, in welchem Monat das Oktoberfest letztendlich beginnt, enden sollte es auf alle Fälle noch rechtzeitig, bevor die sechste oder siebte Welle ihren Anlauf nimmt. Sofern die Wiesn überhaupt stattfindet, würde man mit "einer halbe Million Besucher am Tag" rechnen. Aber ob die auch wirklich kommen? Denn rein kommen sollen nur von Alpha bis Omikron Durchgeboosterte, (Mehrmals-)Genesene und jene, die sich nach zweieinhalb Jahren Pandemie und einer steil ansteigenden Inflation das Volksfest überhaupt noch leisten können.

Manfred Jagoda, Ismaning

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