Nachhaltigkeit:Acker, Schnitzel, Mensch und  Klima

Lesezeit: 1 min

Hinweis

Leserbriefe sind in keinem Fall Meinungsäußerungen der Redaktion, sie dürfen gekürzt und in allen Ausgaben und Kanälen der Süddeutschen Zeitung, gedruckt wie digital, veröffentlicht werden, stets unter Angabe von Vor- und Nachname und dem Wohnort.

Schreiben Sie Ihre Beiträge unter Bezugnahme auf die jeweiligen SZ-Artikel an forum@sz.de. Zu Artikeln, die im Lokal- und Bayernteil der SZ erschienen sind, senden Sie Ihre Meinung gerne direkt an forum-region@sz.de.

Bitte geben Sie für Rückfragen Ihre Adresse und Telefonnummer an. Postalisch erreichen Sie uns unter Süddeutsche Zeitung, Forum & Leserdialog, Hultschiner Str. 8, 81677 München, per Fax unter 089/2183-8530.

Warum Veganer und Fleischesser nicht so biestig miteinander streiten sollten und wie wertvoll Grünland ist.

"Darf man das noch essen?" vom 4. Juni und "Weniger Schnitzel" vom 21. Mai:

Ideologiefrei essen

Meiner Meinung hat die Einstellung zum Fleischkonsum mittlerweile religiöse Züge angenommen. Sowohl Fleischbefürworter wie Fleischverweigerer haben sich mittlerweile in eine Ideologie hineingesteigert und argumentieren in einem aggressiven Tonfall. Dabei wäre es notwendig, verbal wieder abzurüsten und einen Mittelweg zu finden. Keinem soll das Steak verboten werden, aber weniger Fleisch wäre auch möglich. Dazu wäre es auch notwendig, erst einmal Alternativen anzubieten. In der Gastronomie werden immer noch überwiegend Fleischgerichte angeboten. Wenn die Quote veganer und vegetarischer Gerichte in Gastronomie und Kantinen deutlich erhöht wird, entsteht ein Bewusstsein für Alternativen, ohne dass jemandem das Fleisch verboten wird. Ganz ohne Fleisch wird es wahrscheinlich nicht gehen, da ohne bewusste Ernährung sonst Mangelerscheinungen auftreten. Fleisch durch Milch zu ersetzen, ist aus ökologischen Gründen ebenfalls fraglich, da die Haltung von Kühen sehr viele Ressourcen verbraucht.

Michael Oberseider, München

Wertvolles Grünland

Der konventionell wirtschaftende Bauer pflügt möglichst alle seine Agrarflächen, außer sie müssen wegen Überschwemmungsgefahr, geringem Grundwasserflurabstand, Steinen, Steilheit, Höhenlage, Beschattung, ungünstiger Form oder Größe als Grünland genutzt werden. Grünland dient besser als Ackerland dem Schutz von Boden, Wasser, Luft, Klima und Arten. Grünland kann nur mittels Fleischproduktion der menschlichen Ernährung dienen. Würden alle Deutschen Veganer, so würde noch mehr Grünland umgebrochen, was die Umwelt beeinträchtigen würde. Viele Artenschützer sind zugleich Veganer, was inkonsequent ist, da Grünland artenreicher als Ackerland ist. Etwa 30 Prozent der deutschen Agrarfläche ist Grünland, bei Biobauern ist wegen des Zwangs zur Weidehaltung der Anteil höher. Dienten Äcker nur der pflanzlichen Ernährung, nicht der Tierfütterung, wäre die Landwirtschaft nachhaltig.

Wolfgang Maucksch, Herrieden

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB