München:Teurer Aktivismus fürs Klima

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Aktuelle Beschlüsse für mehr Klimaschutz sind gut. Die Stadt könnte ergänzend aber auch ein paar klimaschädliche Dinge sofort bleiben lassen, finden SZ-Leser.

"Grüner wird's immer" vom 17./18. Juli:

Schäden früh vermeiden

In dem Artikel erfährt man, dass der Stadtrat ein teures Klimaschutzpaket schnüren will, das bundesweit Maßstäbe setzen soll. Drunter geht's offenbar nicht.

Flächen sollen also entsiegelt, Frischluftschneisen geschaffen werden. Von Anpassungsstrategien wie Dachbegrünungen und Straßenumbau und Klimasatzung ist die Rede, sowie von einem Beirat aus 13 Teilnehmern - Stadtspitze, Stadträte, Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und so weiter. Die hehren Ziele hören sich gut an, kosten eine Menge Geld und vermitteln den Bürgerinnen und Bürgern Münchens: "Die machen was beim Klimaschutz."

Allerdings frage ich mich, wie diese ehrgeizigen Ziele dazu passen, dass zwischen Neuperlach-Süd und Waldperlach auf einer nicht nur sprichwörtlich grünen Wiese ein U-Bahn-Werksgelände aus dem Boden gestampft werden soll. Den Verlust der Natur nimmt man dabei in Kauf. Will man einen Ausgleich beziehungsweise eine Anpassungsstrategie dafür schaffen, muss man schon sehr viele Dächer, Fassaden und Garagen begrünen. Aber was soll's? Die Kosten dafür schnürt man dann eben ins teure Klimaschutzpaket.

Irmtraud Bohn, München

Kohlekraftwerk abschalten

Klimaneutralität, Klimasatzung, 13-köpfiger Klimarat, Sonder-Klimabudget über 100 Millionen Euro, und so weiter. Der Stadtrat mit grün-roter Mehrheit beschließt ja tolle Sachen für den Klimaschutz, nur ob sie wirken, ist wohl noch offen und wird sich zeigen. Sie klingen derzeit allerdings sehr wahltaktisch, bürokratisch, teuer und teilweise theoretisch.

Warum aber stattdessen nicht endlich mal ein beherzter, pragmatischer, wirksamer Schritt für den Klimaschutz, indem die sofortige Abschaltung des Kohlekraftwerkes der Stadtwerke München (SWM) in Unterföhring beschlossen wird und den SWM der dortige Neubau eines weiteren fossilen Groß- Kraftwerkes untersagt wird.

Die SWM gehören zu 100 Prozent der Stadt und grüne und rote Stadträte sitzen dort im Aufsichtsrat, etwa die im Artikel zitierten Mona Fuchs und Dominik Krause. Sie könnten entscheidend darauf hinwirken, dass die Kohleverbrennung endlich eingestellt und München davon befreit wird, denn seit 30 Jahren bläst diese Dreckschleuder, jährlich zwei Millionen Tonnen Kohlendioxid in den Himmel - zusammen 60 Millionen Tonnen bisher. Sie wirken heute noch und für eine lange Zukunft auf das Klima und belasten Generationen nach uns.

Wolfgang Stubenrauch, Unterföhring

© SZ vom 31.07.2021
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