„Was darf sich Wurst nennen?“ und „Europaparlament stimmt für Verbot von Begriffen wie ‚Veggie-Burger‘“ vom 9. Oktober:
Ois wurscht
Ihre Ausführungen über den überaus wichtigen Beschluss zum Thema „Wurst“ des Europäischen Parlaments habe ich sehr genossen. Allerdings hätte ich noch zwei wichtige Anmerkungen dazu: Ich schreibe es Ihrem jugendlichen Alter zu, nicht zu wissen, dass schon einmal der Leberkäse kraft Gesetzes umbenannt werden musste und in allen Metzgereien „warmer Fleischkäse“ angepriesen wurde. Nicht lange, denn der tapfere Widerstand der bayerischen Bevölkerung gegen diese Zumutung trieb Metzger und Verkäufer zur Verzweiflung.
Die zweite Anmerkung bezieht sich auf die von Ihnen beschriebenen zwei Schulen, die der Form und die des Inhalts. Ihren Ausführungen dazu ist nichts hinzuzufügen, ich möchte aber auf eine dritte, geradezu universelle Bedeutung des Begriffes „Wurst“ hinweisen: Wenn nämlich die Geschichte den Verlauf nimmt, der die derzeitigen Diskussionen in den Parlamenten und auf Seite 4 der SZ bestimmt, dann ist alles „Wurst“, oder auf gut Bairisch „ois wurscht“, und es ist ganz gleich, was das Europäische Parlament beschließt, in einer wurstförmigen Atombombe ist genau das drin, was darauf steht.
Hans Simnacher, Höhenkirchen
Alles andere ist Käse
Ein dreifaches Hoch den klugen europäischen Parlamentariern! Jetzt erwarten wir noch ein Verbot der Bezeichnung „Leberwurst“, da diese keine Leber enthält. Auch in sich widersprüchliche Bezeichnungen wie Leberkäse, Fleischkäse und Fleischpflanzerl müssen sofortigst verboten werden. Schließlich dürfen Weihnachtsmänner, Osterhasen und Ostereier nur noch verkauft werden, wenn unter der Verpackung steckt, was die jeweils beiden Schlusssilben versprechen.
Torsten Berndt, Germering
Europa könnte großartig sein
Offensichtlich hat man in Brüssel nichts Wichtigeres zu tun, als sich immer wieder neuen Blödsinn auszudenken, der den Bürgern nichts bringt und die Industrie viel Geld kostet. Man denke nur an die angewachsenen Flaschenverschlüsse, die beim Trinken stören und der Umwelt nichts bringen. Und jetzt halten sie offensichtlich die Verbraucher für so dumm, dass diese beim Kauf eines als veganes Schnitzel bezeichneten Produkts nicht in der Lage sind zu unterscheiden, ob das jetzt ein echtes Schnitzel aus Fleisch oder ein veganes Produkt ist. Europa könnte so großartig sein und hätte auch viel mehr Gewicht in der Welt, wenn man sich einig wäre in den wichtigen Dingen.
Brigitte Lankenau, Aschheim
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