Weitere Briefe:Teuer oder billig?

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Die Strompreise stoßen bei einigen Kunden auf Unverständnis - und die wenig mitfühlenden Kommentare von Finanzminister Christian Lindner ebenso.

Unwirtschaftlich

"Preiserhöhung - und jetzt?" vom 8. November:

Über eine Strompreiserhöhung um rund die Hälfte, wie im Artikel erwähnt, wäre ich dankbar. Leider erhöhen die Stadtwerke München den Strom für Wärmepumpen auf fast das Vierfache, von derzeit 20,21 Cent pro Kilowattstunde auf 73,11 für Bestandskunden und 94 Cent pro Kilowattstunde für Neukunden. Damit sind selbst die effizientesten Wärmepumpen völlig unwirtschaftlich, insbesondere, wenn man die hohen Investitionen berücksichtigt. Ein Wechsel von Heizöl oder Gas auf eine Wärmepumpe sollte gut überlegt sein. Selbst bei einer Strompreisbremse auf 40 Cent pro Kilowattstunde, sofern die überhaupt für Wärmestrom gilt.

Verwunderlich ist das vor allem bei den Stadtwerken München, die sich rühmen 90 Prozent ihres Stroms regenerativ zu erzeugen, deshalb bin ich vor fünf Jahren dahin gewechselt. Hier werden doch Verbraucher und Staat (Strompreisbremse) ausgeplündert.

Richard Pacina, Vierkirchen

Billiger geht's nicht

"Hilfe, ich erbe ein Haus" vom 14. November:

Die Sorge hätte ich gerne: Ich bekomme ein Haus im Wert von 785000 Euro geschenkt (Erbe) und der Staat verlangt knapp 58000 Euro Steuern. Da würde ich jederzeit ja sagen. Billiger kann ich nie zu einem Haus kommen. Das Gejammer kann ich wirklich nicht nachvollziehen. Wenn ich so ein Haus bewohne, spare ich 1000 oder 2000 Euro Miete im Monat. Gehe ich von nur 1000 Euro aus, habe ich nach nicht mal fünf Jahren "Mietzahlung" das Haus abbezahlt. Billiger geht's doch nicht!

Joachim Alke, Kirchdorf

"Der Jäger" vom 22. Oktober:

Alte weiße Männer

Der Kommentar ist sehr pointiert (...oder süffisant?) - Bravo! Es ist erstaunlich, wie man sich in seiner Rückständigkeit so gefallen kann. Dabei gehört Christian Lindner einer Altersklasse an, bei der man die Denkschemata alter, weißer Männer gar nicht so vermuten würde. Hierfür hat die FDP doch Wolfgang Kubicki ("Energiesparen? - ich dusche, bis ich fertig bin!") oder Rainer Brüderle ("Sie können ein Dirndl auch ausfüllen"). Mit den Rezepten, Ratschlägen und dem Egoismus alter weißer Männer kann man die komplexen Herausforderungen der Zukunft wie Klima, Energie, soziale und globale Gerechtigkeit, Hunger oder Flüchtlinge nicht bestehen. Dies ist leider nicht nur ein Problem der FDP, sondern aller "wertkonservativen" Parteien.

Christian Delanoff, München

Realitätsfern

Der Text spricht mir aus dem Herzen! Ich bedauere sehr, dass Menschen, die so weit von der Realität entfernt sind, in unserem Staat wichtige Ämter bekleiden.

Birgit Pischetsrieder, Eisenberg-Zell

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