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Weitere Briefe: Die Pisa-Studie 2022 ist gerade vorgestellt worden, Deutschland ist mit seiner Note unzufrieden.

Die Pisa-Studie 2022 ist gerade vorgestellt worden, Deutschland ist mit seiner Note unzufrieden.

(Foto: Christophe Gateau/dpa)

Ein Plädoyer für die Lehrerausbildung und den Beruf. Ferner ein Hinweis, dass auch die Raumakustik in Schulen viel mehr beachtet werden sollte.

Miesmacherei

"Neue Pläne gegen alten Frust" vom 27. November:

Der "alte Frust", der im Titel plakativ angesprochen und mit dem die Lehrerausbildung gekennzeichnet wird, taucht nicht zum ersten Mal in den Medien und in der SZ auf. Auch in mir macht er sich zunehmend breit, wenn ich ständig das Gejammere über das ach so schlimme Lehramtsstudium und das sich anschließende Referendariat lese.

Es ist sicherlich nicht zu leugnen, dass es manche Missstände gibt, dass sich Schule und mit ihr die Schülerschaft und umgekehrt verändert und daher die Ausbildung in manchen Bereichen unbedingt und dringend angepasst werden muss. Aber dass Sie wie andere Journalistinnen und Journalisten unablässig Frau Müller und Herrn Meier bemühen, die im Duett ihren Jammergesang anstimmen und mit denen Sie dann auf das Ausbildungskonzept eindreschen und einen - unbestreitbar kommenden und definitiv Maßnahmen verlangenden - düsteren Lehrkräftemangel nicht nur prognostizieren, sondern sogar verstehend nachvollziehen, ärgert mich als langjährige Lehrkraft dann doch.

Wo sind die Berichte, wie bereichernd und erfüllend, wie sinnvoll und notwendig die Tätigkeit von Lehrkräften sein kann? Wo sind die Interviews mit den jungen Kolleginnen und Kollegen, die motiviert, in ihrer Persönlichkeit gereift und durch ihr Studium fachwissenschaftlich sicher nach einem Referendariat ohne Zuckerschlecken ihren anstrengenden Beruf dennoch mit Freude ausüben? Wo ist die Reportage über den Schulalltag, der nicht nur aus problematischen Kindern, anspruchsvollen Eltern und hektischem Kollegium besteht?

Hier schreibt keineswegs eine frustrierte Lehrerin, sondern eine, die sich nicht mehr wundert, warum die Lehramtsstudiengänge nicht mehr die nötige Anzahl von Studierenden anlocken können. Denn die Medien, auch Ihre Zeitung, begnügen sich damit, nur bei den Meiers und Müllers nach Ursachen zu suchen, lassen aber dabei außer Acht, dass sie das Ansehen des Lehramts von vornherein ramponieren und den Weg dorthin als marode und überfordernd abstempeln.

Elke Werrer, Schwabach

Auf gute Akustik kommt es an

"Was das Pisa-Debakel in Bayern auslöst" vom 6. Dezember:

Über den Lehrermangel wird und wurde bereits viel geschrieben, ich möchte jedoch einmal auf einen etwas unbekannteren Aspekt eingehen. Nach einer Untersuchung von Carsten Ruhe sind 93 Prozent aller Schulen in akustischer Sicht nicht barrierefrei. Darunter leiden nicht nur Kinder mit Hör- oder Lernstörungen, sondern auch Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache, denn diese haben die gleichen Anforderungen an gute Akustik wie die zuerst genannten Kinder. Wollte man also den Lernerfolg für alle (!) Kinder verbessern, denn eine gute Akustik sorgt auch für weniger Lärm (und Lärm löscht das Kurzzeitgedächtnis), sollte man sich an das bayerische Behinderten-Gleichstellungsgesetz erinnern, das Barrierefreiheit für öffentliche Gebäude vorschreibt. Dass es geht, zeigt die neue Grundschule an der Theodor-Fischer-Straße in München, deren gute Akustik auf einem Symposium der Deutschen Gesellschaft für Akustik vorgestellt wurde. Eine Akustikdecke, wie sie in jedem Einkaufsmarkt hängt, kostet circa 6000 Euro und hat eine Lebenserwartung von circa 30 Jahren. Man könnte viel Stress in Schulen reduzieren, wenn die Akustik stimmen würde.

Peter Hammelbacher, München

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