Interview "Die Bahn macht die Probleme, nicht wir" vom 2. November:
Und die Klimakleber verfolgt man
Die Streik-Drohungen von Herrn Weselsky sind nicht weniger deutlich als die Ankündigung von Umweltschützern, Straßen zu blockieren. Während diese Blockaden aber vergleichsweise schnell von der Polizei beendet werden, können die Streiks Tage dauern.
Wer erklärt uns nun, warum die Folgen eines Bahnstreiks offenbar okay sind, während das Demonstrieren/Festkleben für die Umwelt strafrechtlich verfolgt wird - vor allem in Bayern, und zwar auch präventiv? Machen wir das künftig auch mit "uneinsichtigen Wiederholungstätern" aus den Reihen der Gewerkschaft?
Klaus Werner, Erlangen
Mitgliederwerbung der GDL
In einem Punkt muss ich Herrn Weselsky recht geben: Er schafft mit seiner GDL nicht Probleme. Er ist das Problem. Er lässt nicht streiken, um in erster Linie für bessere Arbeitsbedingungen, Löhne und Gehälter seiner Mitglieder zu kämpfen. Er leidet darunter, dass seine GDL nun mal de facto die deutlich kleinere von den beiden Eisenbahngewerkschaften ist. Aber hinten zu liegen, scheint er als persönliche Beleidigung zu empfinden. Nur deswegen treibt er Bahn und vor allem die Bahnkunden vor sich her, um als der wildeste und härteste Hund von allen zu gelten - in der Hoffnung, dadurch Mitglieder zu gewinnen. Irgendein Gespür für wirtschaftliche Sinnhaftigkeit seines Treibens? Fehlanzeige.
Sein Auskeilen gegen "die Medien" ist vollkommen absurd, denn "gebrandmarkt" haben die demokratischen Medien, und das völlig zu Recht, dass er eben nicht für Arbeitsbedingungen, sondern um Mitglieder zu werben seine Leute aufputscht.
Friedrich-Karl Bruhns, München
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