Hitzetote„Herr Merz macht nix“

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Ein Schild hängt an der Notaufnahme eines Krankenhauses.
Ein Schild hängt an der Notaufnahme eines Krankenhauses.
Julian Stratenschulte/dpa

Mehr als 10 000 Hitzetote werden 2026 in Deutschland verzeichnet. Der Bundeskanzler präsentiert weder Lösungen für die Probleme noch Empathie, finden SZ-Leser.

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„Ist mir heißegal“ vom 5./6. September, „Sommer ohne Erbarmen“ vom 22./23. August, „Dürre bei der AfD“ vom 14. August und „Die mit dem Wetter“ vom 12. August:

„Kalt wie eine Hundeschnauze“

Danke für den erhellenden Blick nach Frankreich zum Thema Hitzeschutz. Und das dort schon seit 2003, bei uns dagegen als „Jahrhundertsommer“ folgenlos zu den Akten gelegt. Kommt ja so schnell nicht wieder, auch wenn die Forschung das Gegenteil vorhersagt. Es gibt sie also noch, die „fraternité“ in der französischen Gesellschaft und Regierung, mit einem „Journée de solidarité“, einem gestrichenen Feiertag für alle, die Gewinne davon für den Umbau von Schutzräumen in Altenheimen.

Ich schäme mich für die über 16 000 Hitzetoten dieses Glutsommers hierzulande. Und für einen Bundeskanzler, der buchstäblich abtaucht, die Hilferufe der Kommunen abschmetternd. Dieser Kanzler, kalt wie eine Hundeschnauze, sozial desinteressiert, sollte nur noch eins tun: zurücktreten. Sofort.

Dorothee Stromberg, München

Mehr positive Berichterstattung

Ein guter Artikel von Alex Rühle. Aber – ist der Bundeskanzler wirklich an allem schuld? Für die Hitze kann er nun mal wirklich nichts! Ein medienwirksames Auftreten wie das von Gerhard Schröder bei der Überschwemmung, was hätte das geändert? Der globale und individuelle Klimaschutz ist eigentlich ein Thema „der Grünen“, die es in ihrer ursprünglichen Version nicht mehr gibt.

Der Klimaschutz, ein umfassendes politisches Thema, beinhaltet Aufklärung und damit auch, welchen prozentualen informativen Anteil das Klima in den Medien hat, den Städteschutz mit Begrünung, Bewässerung, Trinkbrunnen, Sprinkleranlagen zur Abkühlung, Hitzeschutz der Bevölkerung auch am Arbeitsplatz, nicht nur in Seniorenheimen und in Krankenhäusern, nicht bezahlbare Klimaanlagen, alternative Kältewände/-decken, Vermeidung von fossilen Brennstoffen, Nullenergiehäuser et cetera. Da muss unbedingt etwas getan werden, innenpolitisch und vor allem weltpolitisch.

Aber: Überschriften wie „Ist mir heißegal“ unterstützen unmittelbar vor einer Landtagswahl die AfD. Ist das die Alternative für Deutschland? Wenn man die SZ liest, kann man sich dieses Eindruckes nicht erwehren.

Dunja Hayali hat im „Heute-Journal“ einen guten Beitrag geleistet, mit Interviews und Informationen über positive Entwicklungen in Dessau und in Sachsen seit der Wende, und welche Alternativen es dort gibt, mit der logischen Schlussfolgerung, dass die AfD tatsächlich keine Alternative für uns ist. Ich wünsche mir mehr von dieser Art der positiven Berichterstattung.

Bernhard Kehrwald, Ingolstadt

Warum handelt der Kanzler nicht?

Danke für den Artikel. Auch Frau Luisa Neubauer hat schon vor ein paar Wochen in die gleiche Kerbe gehauen, völlig zu Recht, Sie beide. Herr Merz, der höchste Diener der Exekutive unseres Deutschlands, beklagt die Faulheit der Deutschen, er beklagt, dass ihm gegenüber Kritik geäußert wird, und reagiert auf den Vorhalt seines Amtseides mit dem Vorwurf, das sei straffällig, und macht Urlaub trotz der Gefahren für Menschenleben, Ernteausfällen und weit höheren Transportkosten wegen der niedrigen Wasserstände, die Handel und Verbraucher tragen müssen. Und das angesichts der drohenden Überflutung von Sachsen-Anhalt mit brauner Soße.

Sein Vorgänger Helmut Schmidt hätte gedacht, geraucht, aber gemacht. Herr Merz raucht nicht, macht nix. Und lässt nicht mal sein Team in Kanzleramt und Partei denken. Er hätte doch nur seinen Kollegen Jens Spahn nach dem Funktionieren von Masseneinkäufen im „Open-House-Verfahren“ fragen lassen müssen, um paar Tausend oder gar mehr freistehende Kühleinrichtungen oder wenigstens Ventilatoren einzukaufen und diese dann an Pflege- und Altersheime ausliefern zu lassen. Tolles Bild: 40 oder mehr THW-Transporter voll mit Kühlaggregaten vor dem Bundeskanzleramt und Herr Merz als Macher. Auch hier: Leere.

Auf das ewige „Könnte, Wollte, Sollte, Würde“ aus Berlin können wir verzichten, es geht um schnelle Problemlösungen hier, um die Zahl der Hitzetoten zu reduzieren, aber auch für die Zukunft: Die Durchsetzung, den Klimawandel zu bremsen, die hybriden Angriffe des Kreml nicht nur zu beklagen, sondern zu verhindern, und so auch durch Taten zu beweisen, dass die Schlafmützen der Merkel- und Scholz-Zeit – was Russland betrifft – der Vergangenheit angehören. Aber offenbar, im Jammer über die Kritik an ihm, hilft er auch noch der AfD, wenn seine CDU den Milliarden-Steuergeld-Verschwender Spahn in den Haushaltsausschuss des Bundestags schiebt und so den Bock zum Gärtner macht.

Ferdinand von Stumm, München

Kaum Empathie und keine Autorität

In ihrem Artikel schreiben Sie: „Klimaschutz war und ist keine Priorität des Bundeskanzlers.“ Recht haben Sie! Das Widersprüchliche bei Friedrich Merz ist jedoch, dass er vor circa einem Jahr vor dem Bundestag erklärt hat, dass der Klimaschutz das wichtigste Thema überhaupt sei. Wenig glaubhaft, wenn man, wie er, ein Privatflugzeug besitzt.

Ich glaube nicht, dass unseren Bundeskanzler der Klimawandel überhaupt interessiert. Aus seinem Urlaub zurück, sagte er: „Wir müssen mit dem Klimawandel leben.“ Es sind alleine in Deutschland in den Hitzeperioden dieses Jahres gut 10 000 Menschen gestorben. Ich würde mir wünschen, dass Herr Merz Angehörigen von Hitzetoten mal erklärt, was er damit meint, wenn er sagt: „Wir müssen mit dem Klimawandel leben.“ Die Wahrheit ist, dass die Schwächsten in unserer Gesellschaft, nämlich viele Kinder und Senioren, am Klimawandel sterben.

Jochen Lenhard, Freising

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