Verkehrsplanung:Mit dem Rad durch Hamburg

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Die Stadt an der Elbe hat große Ambitionen: Der Anteil der Fahrräder im Straßenverkehr soll in den kommenden Jahren auf 25 bis 30 Prozent wachsen. Doch es ist noch ein weiter Weg dorthin.

"Entspannt unterwegs" vom 7. Juli:

"Hamburg will Fahrradstadt werden": Meines Wissens ist das erklärte Ziel von "Fahrradstädten" wie Kopenhagen und Amsterdam, einen Anteil von 40 bis 50 Prozent des Radverkehrs am "Modal Split" bis 2025 zu erreichen. Das Ziel Hamburgs ist wesentlich weniger ambitioniert: langfristig 25 bis 30 Prozent. "14 Velorouten verlaufen sternförmig vom Hamburger Rathaus in alle Richtungen": Zwei Routen verlaufen ringförmig in den äußeren Bezirken; im Übrigen sind gerade diese beiden bisher noch nicht sichtbar bearbeitet worden; über weite Strecken findet man noch alte, rumpelige, schmale (nicht benutzungspflichtige) Radwege.

Die verzerrten Piktogramme mit Richtungspfeil, über die in der SZ geschrieben wird, findet man bisher nur vereinzelt. Sie werden von den Polizei-Kommissariaten, die bei der Umsetzung von Verkehrsplanungen oft das letzte Wort haben, schlicht abgelehnt. "Neun kreuzungsfreie Radschnellwege": Beispielhaft ist das Konzept für den Radschnellweg von Ahrensburg nach Wandsbek, das vorsieht, dass der Radschnellweg nur in den Außenbezirk Hamburgs (Stadtteil Volksdorf) und von da weiter auf Veloroute 6 führt, die alles andere als kreuzungsfrei verläuft.

Das Bild, das die SZ von der Planung des Radverkehrs in Hamburg zeichnet, ist also leider schöngefärbt. In der Umsetzung der Planung von Velorouten, die ja immerhin die "Hauptstraßen" des Radverkehrs werden sollen, sind viele Widerstände in Parteien und Polizei-Kommissariaten zu überwinden, die allzu häufig zu Kompromissen zugunsten des Autoverkehrs führen.

Wolfgang Thoss, Hamburg

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