„Mission fossile“ vom 7./8. März, „Attacke auf die Energiewende“ vom 11. Februar, „Wackelt die Energiewende?“ vom 10. Februar:
Fehlende Differenzierung
Das Bundeswirtschaftsministerium will das stark beanspruchte Stromnetz entlasten und die Kosten der Energiewende reduzieren. Dafür will Frau Reiche in Gebieten, wo die Netze häufig überlastet seien, für neue erneuerbare Energieanlagen keine Entschädigung mehr für den „Redispatch“ gewähren. Sie differenziert nicht zwischen Anlagen auf freier Fläche und auf Gebäuden. Gerade letztere entlasten in Kombination mit Batteriespeicher, Wärmepumpen und E-Autos das Netz und reduzieren die Strompreise. Ausgerechnet der Zubau dieser Anlagen auf Gebäuden ist in den letzten zwei Jahren um 35 Prozent zurückgegangen. Hier muss unbedingt entgegengesteuert werden, um die Energiewende nicht auszubremsen.
Artur Borst, Tübingen
Einen Schritt rückwärts
Schon bei der Frage, wie in Zukunft die Residuallast gedeckt werden kann, hat Frau Reiche nicht gerade mit Ideenreichtum geglänzt, indem sie sich auf Gaskraftwerke beschränkt hat. Nun will sie den nahezu kostenlosen Strom drosseln, der in Spitzenzeiten von Sonne und Wind anfällt, um Ausgleichszahlungen zu sparen. Der fortschrittliche Weg wäre doch, den Ausbau neuer Technologien zu fördern, die diesen Überhang nutzen. Das könnte die Gewinnung von Wasserstoff sein oder aber auch der Ausbau vieler kleiner Batteriespeicher oder die Nutzung der Autobatterien und vieles mehr. Stattdessen macht sie einen Schritt rückwärts und behindert den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien, weil Politik und Netzbetreiber nicht ihre Aufgaben erledigt haben. Erst einmal abgewürgt, wird es später schwer sein, wieder den Drive zu bekommen.
Waren es nicht bayrische Politiker, die den Ausbau der notwendigen Stromtrassen behindert und maßlos verteuert haben? Bei den Netzbetreibern bestehen schwerwiegende Strukturfehler und deren Ineffizienzen sollten beseitigt werden. Diese erfahre ich gerade seit fast einem Jahr sehr leidvoll. Welche Unternehmen außer Netzbetreibern können sich erlauben, über einen Monat keine Neuanträge wegen einer EDV-Umstellung anzunehmen? Mein Netzbetreiber trägt zwar einen regionalen Namen, doch wenn man mal genauer hinschaut, verbirgt sich der Eon-Konzern dahinter, so wie es auch bei der Westenergie ist. Werden da Interessenlagen vermischt?
Heinrich Schepers, Ahrensburg
Behinderung des Netzausbaus
Deutschland drohen mehrere zehn Milliarden Euro CO₂-Klimastrafen, weil es zu wenig CO₂ einspart. Dieses Geld sollte lieber in den Netzausbau und in Energiespeicher gesteckt werden. Die Fossillobby und damit Wirtschaftsministerin Katherina Reiche behindern daher den Netzausbau und Energiespeicher. Reiche hat dieses Handwerk als Staatssekretärin unter Altmeier gelernt. Erneuerbare Energie ist billiger als Fossilenergie, was jedoch nur zum Tragen kommt, wenn es ausreichend Stromnetze und auch Energiespeicher gibt. Als Merz Reiche zur Energieministerin machte, drückte er seinen Willen aus, die erneuerbare Energie zu behindern und Atomenergie zu befördern. Letztens bezeichnete Merz die Windenergie als Übergangstechnologie zur Atomenergie, davor forderte er, Windräder wieder abzubauen, das Verbrennerverbot hinauszuschieben, und das Heizgesetz und damit die Wärmepumpe abzuschaffen.
Wolfgang Maucksch, Herrieden
Ansichten eines Ingenieurs
Dass ein Produkt zum Ladenhüter wird, muss nicht immer am unfähigen Versanddienstleister liegen, manchmal wollen auch einfach die Kunden nicht kaufen. So ist es auch mit dem elektrischen Strom, wird er nicht gebraucht, kann er auch nicht erzeugt werden. Wer da von Batteriespeichern träumt, kennt die Dimensionen nicht. Stärkere Leitungen zu fordern, benötigt nur einen Halbsatz. Das sind aber die Hochspannungsleitungen, die wir Bürger als Monstertrassen bekämpfen. Politiker natürlich auch, die wollen ja wiedergewählt werden. Denken Sie nur an Habeck, der glaubte, Argumente seien genug.
HGÜ-Leitungen, Batteriespeicher et cetera, das kostet alles ein Schweinegeld, dabei ist der Strompreis zu hoch! Wärmepumpen, E-Mobilität, grüner Wasserstoff aus Strom elektrolysiert, KI-Rechenzentren mit dem Strombedarf von Großstädten. Wie soll das alles zusammengehen? Lassen Sie sich von einem Elektroingenieur Jahrgang 1945 sagen: Das wird nichts. Aus der Atomenergie (in meiner Jugend hochgepriesen) ist auch nichts geworden. Na ja, hohe Entsorgungskosten, trägt der Steuerzahler.
Gerhard Hübner, München
Weniger Attacke, bitte!
Wie kann man Investoren versprechen, dauerhaft subventioniert risikolos Windräder aufzubauen, gleichgültig, ob Strom weitergegeben werden kann oder auch nicht. Ich sehe in Bauchmüllers Bericht eine Polarisierung wirtschaftlichen Handelns. Zumal Verständnis auch von seiner Seite herauszulesen ist, dass der Leitungsausbau im Einklang der Windräder gesehen werden muss. Tragen doch die überzogenen Strompreise zu den überhöhten Stromkosten bei. Wo ist der Vorschlag des Autors, wie die gewerblichen Strompreise dauerhaft dem Weltmarktniveau angepasst werden können? Muss medial immer gleich auf Attacke gefahren werden, wenn in der Politik nach Wegen gesucht wird, die Energiewende machbar zu machen?
Klaus Ritzmann, Hechthausen
Mit Leitungsfunktion
Da wird eine leitende Mitarbeiterin des größten Netzbetreibers Deutschlands Wirtschaftsministerin. Kaum hat sie sich etabliert, schon will sie die Förderung von erneuerbaren Energien für den Normalbürger streichen – ein Schelm, wer Schlechtes dabei denkt!
Barbara Ritter, Losheim
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