Denis ScheckVom Sehen und Lesen

Lesezeit: 2 Min.

Literaturkritiker Denis Scheck, hier bei einem Literaturfest 2023 in Potsdam.
Literaturkritiker Denis Scheck, hier bei einem Literaturfest 2023 in Potsdam. Jens Kalaene/dpa

In seiner Sendung „Druckfrisch“ wirft Kritiker Denis Scheck Bücher in die Tonne und urteilt hart – womöglich allzu hart?

„Schade, ARD und ZDF, um eure Kultur“ vom 11. April, „Scheck, mach mir den Hasen“ vom 10. April und „Über diesen Mann würde man gern mal ein Sachbuch lesen“ vom 7. April:

Beleidigende Kritik

Außerordentlich gefreut und gleichzeitig geärgert habe ich mich über den Essay von Alexander Gorkow. Die Sendung Druckfrisch habe ich zwar nicht gesehen, aber die Neuerscheinung Alt genug sehr wohl gelesen. Ildikó von Kürthys Bestseller als „Nachrichten aus der Schnatterzone der Damentoilette“ zu bezeichnen und als Literatur für die Mülltonne abzutun, ist nicht nur eine Beleidigung der Autorin, sondern auch ihrer Leserschaft.

Petra Frederich, Kleve

Abschreckende Kritik

Das Land der Dichter und Denker lässt im öffentlich-rechtlichen Rundfunk lieber Dutzende neuer Krimis blühen, als den Blick für die Literatur zu schärfen. Aber es sollte eine Lanze für 3Sat gebrochen werden. Der Sender, der dankenswerterweise Literaturclub und Lesenswert beisteuert und auch in seinen wochentäglichen Sendungen ein Herz für die Literatur und das politische Feuilleton hat. Es liegt wohl kaum am Geld, vielmehr am Wollen und den eigenen Ambitionen. Die scheinen mickrig zu sein.

Nur zu den Buchmessen aufzublühen, das reicht nicht. Hier muss Kontinuität her, Leserinnen und Leser zahlen auch für ARD/ZDF. Da lassen sich von den acht Milliarden Euro an Gebühren bestimmt ein paar Scheine abzweigen. Zudem wird es höchste Zeit, dem Möchtegern-Literaten und Narzissten namens Denis Scheck Paroli zu bieten: Man muss um Leser/Leserinnen werben und sie nicht abschrecken!

Dieter Pienkny, Berlin

Treffsichere Kritik

Tagelang freuen wir uns auf die „druckfrische“, treffsichere und kurzweilige Buchbesprechung von Denis Scheck und dann kommt danach ein solcher Shitstorm in die Presse. Wir sollten uns freuen, dass jemand in der Lage ist, die „Schnattergänse“ aus den „Seichtgebieten“ von Autoren mit ungetrübtem Bewusstsein messerscharf voneinander trennen zu können.

Neue Bücher brauchen den offenen Diskurs, und die Öffentlichkeit braucht neue Bücher. Aber Autoren, die uns Leser mit ihren publizistischen Werken konfrontieren, sollten doch auch in der Lage sein, offene Kritik zu ertragen. Ihre persönlichen Empfindlichkeiten sind den Lesern nicht wichtiger als die Sachkenntnis eines anerkannt erfolgreichen Literaturkritikers. Und im Laufe der Zeit – wenn die ersten Buchempfehlungen vergessen sind – wird im Übrigen der Markt entscheiden, welche Bücher lesenswert sind und welche nicht. Wen soll man dann anklagen: „Mach mir den Hasen.“

Sigrid Flath-Becker, Berlin

Hinweis

Leserbriefe sind in keinem Fall Meinungsäußerungen der Redaktion, sie dürfen gekürzt und in allen Ausgaben und Kanälen der Süddeutschen Zeitung, gedruckt wie digital, veröffentlicht werden, stets unter Angabe von Vor- und Nachname und des Wohnorts. Schreiben Sie Ihre Beiträge unter Bezugnahme auf die jeweiligen SZ-Artikel an forum@sz.de. Bitte geben Sie für Rückfragen Ihre Adresse und Telefonnummer an. Postalisch erreichen Sie uns unter Süddeutsche Zeitung, Forum & Leserdialog, Hultschiner Str. 8, 81677 München, per Fax unter 089/2183-8530.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

SZ Stellenmarkt
:Entdecken Sie attraktive Jobs

In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: