„Bereichernd wie Fußpilz“ vom 20. November, „Und wieder ist es fünf vor zwölf“ vom 12. November, „Eine ausgestorbene Tierart kommt nicht wieder“ vom 11. November, „Moment der Wahrheit“ und Leitartikel „Dann brennt's halt“ vom 8./9. November, „Deutschland bekommt Gegenwind“ vom 5. November:
Faule Kompromisse
Das Resultat der Kompromisse unserer Regierungskoalition in Bezug auf Klima und Migration ist nicht zukunftsorientiert und somit kontraproduktiv: Wenn wir feststellen, dass die Fortsetzung der bisherigen Klimapolitik unserer Wirtschaft und somit den finanziellen Ressourcen unseres Landes schadet, dürfen wir nicht die Ziele canceln (Klimaneutralität 2045 statt 2040), sondern müssen in der (weltweiten) Bilanz dafür einen Ausgleich schaffen. Dies ist sehr wohl möglich, wenn wir in den südlichen Ländern im Rahmen der Entwicklungshilfe in den Klimaschutz investieren (Solarenergie) und so zum Beispiel in Syrien den Wiederaufbau fördern. Dies wäre eine effektive und billigere Investition in den Klimaschutz, schafft dort Arbeitsplätze und somit erst die Voraussetzungen für die geflüchteten Syrer, wieder in ihr Heimatland (Wadephul: „ein solches Ausmaß an Zerstörung ...“) zurückkehren zu können. Damit gewinnen wir Freunde und verstärken nicht die Armut und somit den Migrationsdruck in diesen Ländern. Hier müsste die CDU/CSU dringend die Haltung zu ihren einstigen „christlichen und sozialen“ Wurzeln hinterfragen.
Dr. Ronaldo Ruthner, München
Lebensgrundlage in Gefahr
Ist denn weder den handelnden Politikern noch dem passiv verharrenden Wahlvolk bewusst, dass Klimawandel und Naturzerstörung die Lebensgrundlagen für uns und unsere Kinder vernichten?
Wird die Klimakonferenz COP 30 in Belém eine„Konferenz der Lüge“, wie die Ureinwohner Amazoniens befürchten, oder ein entscheidender Schritt in die richtige Richtung, hin zu Energiewende und Naturschutz, wie wir hoffen?
Dr. Anton Huber, Vilshofen a.d. Donau
Bayern als Schlusslicht
Es ist unseren Kindern und Enkeln gegenüber unanständig, das Ziel der bayerischen Klimaneutralität zu verschieben, das Heizungsgesetz abschaffen zu wollen und sich für die Verschiebung des Verbrenner-Aus einzusetzen. Die Abschwächung der Klimaziele ist in Anbetracht der neuen Prognose, dass die Durchschnittstemperatur um 2,8 Grad steigen wird, besonders widersinnig, das Gegenteil ist nötig.
Die Schäden durch Extremwetter werden bald die Klimaschutzkosten übersteigen. Unserer Staatsregierung geht es um den kurzfristigen Gewinn zum Vorteil der heutigen Wähler und zum Nachteil unserer Kinder und Enkel. Dieses Denken ist besonders bei den rechtslastigen Parteien verbreitet. Wenn bisherige Mitte-Parteien mitmachen, zeigen sie, dass sie nach rechts driften. Die Union sollte ihre Töchter fragen, oder hasst die Union ihre Kinder und Enkel?
Deutschland senkte seine Treibhausgasemissionen von 1990 bis 2021 um 39 Prozent (also im außerbayerischen Bereich um 42 Prozent), Bayern dagegen nur um 18 Prozent. Neuere Zahlen wurden in Bayern nicht veröffentlicht. Bayern ist das Schlusslicht beim Klimaschutz und gibt sich keine Mühe, die rote Laterne abzugeben.
Wolfgang Maucksch, Herrieden
Herablassender Merz
Bei allen vollkommen richtigen Appellen an unseren Bundeskanzler, seine Sprache besser zu kontrollieren und der Würde seines Amtes anzupassen, möchte ich ergänzen, dass seine Entgleisungen auch ein Gutes haben: Sie zeigen uns seine wahre Haltung. Sprache ist verräterisch, sie kommt aus dem Innersten des Menschen wie das Mienenspiel des Gesichts. Da Herr Merz schon das fortgeschrittene Alter von 70 Jahren erreicht hat, ist erfahrungsgemäß nicht mehr damit zu rechnen, dass er seine Schwäche zu beherrschen lernt. Also nehmen wir seine so und nicht anders gemeinten Worte, um zu verstehen: Er fühlt und denkt nicht integrativ. Er ist nicht in der Lage, sich in die Position von Menschen zu versetzen, die nicht exakt seinem Weltbild entsprechen. Er ist elitär und herablassend. Und er wird uns dies noch viele Male unter Beweis stellen.
Dr. Vera Baur, München
Ungebremst an die Wand
Die Karibik und vor Kurzem die Philippinen haben erlebt, welche Kraft natürliche Winde haben können, dagegen ist der im Titel des Artikels erwähnte Gegenwind ein laues Lüftchen. Es mag schon sein, dass „die Dekarbonisierung neue Jobs und neuen Wohlstand schaffen müsse ..., anders sei der Grüne Deal den Menschen nicht mehr vermittelbar“, aber das ist vollkommen irrelevant: Ich erwähne es gerne zum zigsten Male, dass der Natur die menschlichen Befindlichkeiten egal sind, es gelten ganz einfach die physikalischen Gesetze. Wenn man nun meint, dass man es sich nicht leisten könne, dass man etwas gegen die sich entfaltende Klimakatastrophe unternimmt (und seien es nur die „zaghaften“ deutschen Ambitionen), dann wird man sehr schnell lernen (auf Neuhochdeutsch: the hard way), dass man sich es erst recht nicht leisten kann, nichts oder zu wenig gegen die sich entfaltende Klimakatastrophe zu unternehmen.
Was passiert wohl, wenn eines Tages ein Hurrikan der Stufe 5 auf Washington oder New York trifft oder eine Sturmflut Hamburg unbewohnbar macht? Wollen wir wirklich darauf warten und unser Glück herausfordern, dass eines nicht mehr allzu fernen Tages die Schäden jeglicher Art unbezahlbar werden könnten? Sich hinzustellen und zu propagieren, dass der Green Deal anders nicht mehr vermittelbar ist, bestärkt mich in der Einsicht, dass die Welt offensichtlich mehrheitlich beschlossen hat, mit vollem Schwung gegen die Mauer zu fahren, anstatt vorher zu bremsen, weil es einfach der Rendite schadet.
Erich Würth, München
Jeder kann etwas tun
Mir ist das Klima sehr wichtig. Unser Haus erfüllt das angedachte Heizungsgesetz locker. Strom produzieren wir mit einer Inselanlage (Netzeinspeisung, so wie das gemacht ist, ist falsch). Das heißt, zum Beispiel 2024 wurde unser Haus 24 Stunden rund um die Uhr an 322 Tagen voll versorgt. 2025 läuft es noch besser. Wir speisen nichts ins öffentliche Stromnetz ein. Ich kann etwas dazukaufen, aber da habe ich noch andere Möglichkeiten vorgesehen. Wir machen alles selber, ohne Subvention, Zuschüsse oder dergleichen. Wir gehören nicht zu denen, die schreien: Was kann ich verdienen? Verdammt, es geht um den Planeten, und jeder kann etwas tun.
Was machen eigentlich die ganzen Experten selbst für die Umwelt, außer herumzureisen und falsche Ratschläge zu geben? Wir haben auch keine Reichtümer oder große Einkommen, sondern wir setzen Prioritäten. Das Ziel ist die hundertprozentige Versorgung mit alternativen Energien. Es ist machbar, es dauert nur noch eine Zeit. Wir sind schon ziemlich weit gekommen, reicht mir aber noch nicht. Für mich heißt das wörtlich: Wenn ich 90 Jahre alt wäre und nur noch zwei Wochen zu leben hätte, aber das Geld zum 90. zur Verfügung hätte, würde ich sofort anfangen.
Herbert Wolff, Schierling
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