„Prinzip Hoffnung“ vom 26. März:
Europaweite Anstrengung
Mit den angestrebten Maßnahmen der Bundesregierung ist es fraglich, das Klimaziel 2030 zu erreichen. Damit bleibt uns wohl nur das Prinzip Hoffnung. Aber beim Heizungsgesetz wird auf Biomethan gesetzt. Neue Ideen liegen anderswo! Durch E-Mobilität werden bereits heute landwirtschaftliche Flächen in größerem Umfang frei, da bei nicht gebrauchtem Treibstoff die Biosprit-Beimengungen in Benzin und Diesel wegfallen. Photovoltaik-Freiflächenanlagen mit Eisen-Luft-Speichern (mit einem Zehntel der Kosten von Lithium-Ionen-Speichern) könnten Landwirten und Gemeinden zusätzliche Einkünfte verschaffen – ohne Konkurrenz zum Nahrungsmittelanbau.
Belegte man die jetzt „frei“ gewordenen Flächen für Bio-Sprit durch E-Mobilität mit solchen PV-Freiflächenanlagen, käme man (nach Mistral AI) schon heute auf eine CO₂-Einsparung von 26,6 Millionen Tonnen! Aber nur 25 Millionen Tonnen wären für das Klimaziel 2030 notwendig. Mit der damit neu gewonnenen Stromerzeugung von mehr als 1000 Terawattstunden (circa fünf Prozent des deutschen Strombedarfs) könnte auch eine Elektrifizierung der Landwirtschaft eingeleitet werden. Sie rechnet sich bereits ab einem Spritpreis von 1,80 Euro/Liter und wir hätten Investitionen statt (Diesel-)Subventionen.
Ein wünschenswertes Gesamtkonzept ergäbe sich bei Ausweitung dieser Ideen. Mit der dann europaweiten Fertigung von PV, Eisen-Luft-Akkus, elektrischen Landmaschinen und so weiter nach dem Airbus-Prinzip hätte ich deutlich mehr Hoffnung.
Rainer Zimmermann, Kandel
Beratungsresistenz
Schon die Artikel-Überschrift „Prinzip Hoffnung?“ schließt Kritik an den beschlossenen Maßnahmen der Bundesregierung zur Erreichung des Klimaziels 2030 ein. Vor allem die neuen Regeln für den Netzanschluss, das sogenannte Netzpaket, werden von Experten schon jetzt sehr kritisiert.
Es enthält den viel kritisierten „Redispatch-Vorbehalt“, der die Investitionsrisiken für erneuerbare Energien erhöht und dadurch die Energiewende bremst. Laut einer Kurzstudie des Beratungsunternehmens Enervis im Auftrag des Ökostromanbieters Green Planet Energy gefährde das Netzpaket 32 Gigawatt Wind- und Photovoltaikprojekte sowie 45 Milliarden Euro Investitionen. Daraus folgt: Bundeswirtschaftsministerin Reiche ist beratungsresistent.
Artur Borst, Tübingen
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