Brenner-NordzulaufBahn plant teuer und schlecht

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Im Hintertreffen gegenüber Österreich und Italien: Die Deutsche Bahn und ihr Brenner-Nordzulauf.
Im Hintertreffen gegenüber Österreich und Italien: Die Deutsche Bahn und ihr Brenner-Nordzulauf. Matthias Balk/dpa

Leser pflichten einem Gastkommentar von Hans Well bei: Während Österreich die Brenner-Bahnverbindung hinbekommt, vermurkst die Deutsche Bahn ihre Planung.

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Trassenwahl mit Totalrisiko

Leider wird häufig nicht die wirtschaftlichste Lösung ermittelt, so auch hier: Die auffällig hohe Diskrepanz bei den nötigen Finanzmitteln für die von Hans Well dargestellten möglichen Alternativvarianten des Brenner-Nordzulaufs lässt vermuten, dass bei der aktuellen Planung der Bahn das Wirtschaftlichkeitsprinzip nur eine untergeordnete Rolle spielte. Hinzu kommt, dass die zuständigen Behörden bis hinauf zum Bundesverkehrsministerium offenbar die Nachvollziehbarkeit der durchgeführten Nutzen-Kosten-Berechnung durch externe Experten unterbinden wollen. Ist es ein Wunder, wenn diese Intransparenz bei den Menschen in der Region Rosenheim und darüber hinaus Misstrauen und Empörung schürt? Zudem sind langwierige Klageverfahren zu erwarten, falls sich der Bundestag trotz der Sachargumente und des Widerstands in der Bevölkerung für die Trasse der Bahn entscheiden sollte. Laut ständiger Rechtsprechung der Bundesgerichte ist die planerische Gestaltungsfreiheit bei der Trassenwahl nämlich überschritten, wenn sich bei der Abwägung „eine andere als die gewählte Trassenführung eindeutig als die bessere, weil öffentliche und private Belange insgesamt schonendere“ aufgedrängt hätte. Wollen es Bahn, Bundesbehörden und Abgeordnete des Bundestages riskieren, dass die Planung nach jahrelangem Rechtsstreit womöglich nochmals neu aufgerollt werden muss, nur weil eine vernünftige Alternativlösung außer Acht gelassen wurde?

Dr. Frieder Storandt, Neubeuern

Neidischer Blick nach Süden

Der Kommentar von Hans Well trifft voll ins Schwarze. Leider hat die Bahn in der Verkehrspolitik seit Jahren nicht den richtigen Stellenwert. Wie viel einfacher wäre eine Sanierung der Strecke Rosenheim–Salzburg, wenn die Strecke München–Mühldorf–Salzburg ausgebaut wäre? Grundsätzlich könnte diese Strecke auch den Brenner-Zulauf erleichtern, indem München–Rosenheim entlastet wird. Der seit mehr als 40 Jahren geplante Ausbau dieser Strecke brächte zuerst einen riesigen Fortschritt für die vielen Tausend Pendler, ganz zu schweigen von den Gütertransporten, welche lebensnotwendig für die Industrie im Chemiedreieck um Burghausen sind. Im Übrigen ist die Strecke München-Ost über Mühldorf nach Freilassing nur drei Kilometer länger als über Rosenheim, dabei aber topografisch wesentlich einfacher und günstiger. Außerdem besteht weiter der alte Vorschlag, Teile des Fernverkehrs von Rosenheim an München vorbei über eine noch zu elektrifizierende Strecke Mühldorf–Landshut–Regensburg zu leiten und vielleicht sogar weiter über Hof nach Norden. Ich schaue immerzu neidisch auf die Bahnen in der Schweiz und in Österreich. Da klappt trotz schwieriger geografisch-geologischer Voraussetzungen der Bahnausbau und der Umstieg auf umweltfreundliche Verkehrsmittel seit Jahrzehnten viel besser.

Dr. Reinhard Wanka, Mühldorf

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