Aus für ICE-WerkDie Irrwege der Bahn

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Die Bahn verzichtet auf ein ICE-Instandhaltungswerk im Raum Nürnberg.
Die Bahn verzichtet auf ein ICE-Instandhaltungswerk im Raum Nürnberg. (Foto: Peter Kneffel/dpa)

Nach ihrer Zerschlagung zeichnet sich die Bundesbahn durch kurzsichtige Entscheidungen aus. Der Verzicht aufs Nürnberger Werk ist so eine.

"Aus für ICE-Werk ist doppelte Niederlage" vom 14. April:

Wenn es noch eines Beweises bedurft hat, wie sehr die politisch gewollte Zerschlagung der deutschen Bundesbahn in die unterschiedlichen, ihre je eigenen Ziele verfolgenden Teilunternehmen ein Irrweg war, dann ist das Aus des für die Verkehrswende notwendigen ICE-Werks dafür ein handfestes Beispiel.

Denn es ist nicht nur die einseitige und kurzsichtige Agitation sogenannter Naturschützer, die den Bahnknoten Nürnberg mit dem ICE-Werk-AUS mitten ins Herz trifft, sondern vor allem die Unfähigkeit der Konzernteile DB Netz, DB Cargo und DB Fernverkehr, sich gemeinsam auf die überfällige Umwidmung riesiger Areale im Nürnberger Rangierbahnhof zu konzentrieren, um damit die notwendigen Flächen für das ICE-Werk freizumachen.

Ja, die massiven Veränderungen im Bahngüterverkehr, vom Güterwagen hin zum Container, hätten dem Betreiber DB Netz dort durchaus die Möglichkeit eröffnet, Konsequenzen aus dem stark geschrumpften Einzelwagenverkehr zu ziehen, um so die erforderlichen ICE-Werk-Flächen für DB-Fernverkehr frei zu machen. Und das mitten in einem riesigen Gelände, das trotz der unmittelbaren Nähe dort schon bestehender Instandsetzungswerke die Möglichkeiten der Mehrfachnutzung des Infrastrukturstandortes Rangierbahnhof Nürnberg nun leider ungenutzt lässt.

Angesichts des fatalen, ja tragischen Endes dieser Nürnberger Zukunftshoffnung soll dabei allerdings eines nicht vergessen werden: Die von Stadt, Bahn und Bund verpassten Chancen der bahn-orientierten Nachnutzung der freigewordenen Flächen des benachbarten ehemaligen Südbahnhofgeländes.

Bernd Roth, Nürnberg

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