LastenfahrradEin Transport-, kein Kampfmittel

Lesezeit: 2 Min.

Viele stört, dass rund um das praktische Vehikel immer gleich ideologische Grundsatzdebatten entstehen, und wünschen sich da mehr Entspannung.

Zu "Lastenfahrrad" vom 24. August und zu "Jetzt mal langsam" vom 26. August:

Der Autor Hilmar Klute kritisiert in seinem Beitrag zum Lastenfahrrad, wie "bedenkenlos Politiker inzwischen eine soziale Gruppe gegen die andere ausspielen". Nur einen Absatz weiter macht der Autor aber genau dasselbe, indem er Familien gegen Kinderlose ausspielt: "Aber es ist doch auch so, dass Leute, die Kinder haben, oft deutlich ernsthafter über die Zukunft, und wie man sie lebenswert gestalten kann, nachdenken, als Kinderlose." Ist das so? Ich bin selbst kinderlos und wenn ich mich in meiner Nachbarschaft so umschaue, die überwiegend aus Familien besteht, stelle ich fest, dass ich häufiger mit dem Rad unterwegs bin und weitaus weniger Müll produziere, weil ich nicht ständig konsumiere oder - um beim Rad zu bleiben - nicht zwei oder drei besitzen muss, die dann alle ungenutzt im Keller stehen. Selbst wenn der Autor es nicht glauben mag, auch Kinderlose können ein Interesse daran haben, die Natur zu schützen und zu bewahren, damit die Zukunft lebenswert bleibt.

Andrea Saggau, München

Das Lastenfahrrad könnte ein grunddemokratisches Fahrzeug sein. Es ist nur so, dass sich die meisten Menschen trotz der 1000 Euro kein Lastenfahrrad kaufen können, oder aber, wenn sie um die 5000 Euro oder auch mehr übrig haben, dann doch eher zum Auto greifen, eben weil man mit dem Lastenfahrrad nur im näheren Umfeld fahren kann, aber nicht in den Urlaub. Beides - Auto und Lastenrad - kann sich dann eben doch nur die gut situierte Mittelschicht oder aufwärts leisten. Da helfen auch die 1000 Euro nichts. Die werden dann subventioniert, während die anderen weiter mit dem Auto fahren, wenn sie etwas transportieren müssen. Oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Tanya Tannenburg, Hamburg

Der Artikel hat mir gut gefallen. "Ideen, wie sich klimaschonend leben lässt, sind in diesem Land nicht unbedingt in Bällebad-Menge vorhanden." Aus Kalkül werden derzeit gute Ideen und Anstrengungen niedergemacht, sofern sie nicht aus den eigenen Reihen stammen. Die Angst vor Machtverlust muss sehr groß sein, wenn nicht mal ansatzweise anerkannt werden kann, wenn von anderer Seite eine erfolgversprechende oder konstruktive Lösung auf dem Tisch liegt. Wir bräuchten zunehmend einen Kommunikationsstil, in dem Wertschätzung gegen Abwertung getauscht und Fehlerverleugnung durch Selbstkritik ersetzt wird. Um die derzeitigen Herausforderungen zu meistern und die Probleme zu lösen, bedarf es einer gemeinsamen Kooperation und der Bereitschaft, auf Partikularinteressen zu verzichten.

Romain Antony, Mönchengladbach

© SZ vom 04.09.2021 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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