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Kriminalstatistik:Eine Frage der Perspektive

Die Zunahme schwerer Straftaten ist nicht allein Migranten anzulasten, wie Leser meinen. Sie hängt auch mit der zunehmenden Verrohung unserer Gesellschaft zusammen.

Zu " Oberwasser für Panikmacher" vom 3./4. August und " Vernebelte Statistik" vom 8. August:

Der Artikel hat mich zutiefst erschüttert. So werden die Opfer und die, die diese Morde mit ansehen mussten, mit keinem Wort erwähnt. Ja, es stimmt, dass auch Deutsche Straftaten begehen, aber diese Morde wurden nun mal von nicht integrierten Migranten begangen, die bereits straffällig geworden sind. Das macht den Menschen Angst. Und es ist gefährlich, die Ängste der Bürger nicht ernst zu nehmen und darauf mit Überheblichkeit zu reagieren.

Regine Damm, Grünwald

Es ist richtig, Kriminalfälle hat es immer gegeben. Dass man allerdings mit einem Schwert angegriffen oder mutwillig vor einen Zug gestoßen wird, kommt vermutlich heute häufiger vor als früher. Das hängt auch mit der zunehmenden Verrohung der Gesellschaft zusammen. Allerdings macht es wenig Sinn, schwere Einzelfälle als Panikmache zu bezeichnen, erreicht wird nämlich das Gegenteil. Die Typen, die wir alle nicht wollen, werden sonst argumentieren, es würde alles unter den Teppich gekehrt.

Klaus W. Schäfer, München

Nach der Statistik des BKA sind die Zuwanderer, die nur zwei Prozent der Bevölkerung ausmachen, in der Kriminalstatistik stark überrepräsentiert. So beträgt deren Anteil bei Verdächtigungen von Vergewaltigungen und schweren sexuellen Nötigungen zwölf Prozent. In dem Artikel heißt es, das sei "natürlich kein ganz fairer Vergleich" , weil unter den Migranten sehr viele junge Männer seien, die in allen Gesellschaften die höchsten Kriminalitätsraten zu verzeichnen haben. Der Autor meint, dass das die Statistik verzerrt und den Blick vernebelt. In der Folge wird versucht, die hohe Kriminalitätsrate mit den sozialen Problemen, mit Arbeitslosigkeit, mangelnder Bildung und fehlender Perspektive zu erklären. Ich meine, man könnte der Statistik des BKA noch einen Vergleichspunkt hinzufügen. Bezieht man nämlich die Delikte auf die entsprechende Volksgruppe, ergeben sich schlimme Zahlen. Zum Beispiel bedeutet ein Anteil von zwölf Prozent der von Zuwanderern begangenen Delikte bei einem Bevölkerungsanteil von nur zwei Prozent, dass diese Gruppe sechs Mal mehr Delikte begeht als die Gesamtbevölkerung. So eine diskriminierende Berechnung darf man natürlich nicht machen.

Prof. Dr. Dieter Seifert, Pocking