KriegMitgenommen

privat

Wer flieht, muss viel zurücklassen. Hier erzählen Kinder und Jugendliche, was sie retten konnten. Diesmal: Anna, 16, aus Kyjiw. Sie wohnt seit 2,5 Jahren in Berlin.

Protokoll von Sofia Zharinova

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„Wir waren ziemlich in Panik, als wir unsere Sachen gepackt haben. Was nimmt man mit, wenn man vor einem Krieg flieht? Klar, Reisepass, Handy, Kleidung für die erste Zeit. Aber ich musste in diesem Moment auch an meine Lehrerin für ukrainische Sprache und Literatur denken. Ich habe meine Schule sehr geliebt und diese Lehrerin sowieso. Sie ist die allerbeste! Sie hat uns beigebracht, die Sprache und Kultur unseres Landes wirklich zu schätzen. Ich habe mir immer viel Mühe für ihren Unterricht gegeben, vor allem weil ich von ihr respektiert sein wollte. Deshalb ist mir auch sehr wichtig, dass meine Heimatstadt Kyjiw und nicht Kiew heißt. Ich weiß, das ist eine ungewöhnliche Schreibweise und Aussprache für Deutschland. Aber: Kiew ist ans Russische angelehnt, Kyjiw die ukrainische Schreibweise. Mit einem i statt einem e! Für uns Ukrainerinnen und Ukrainer ist das ein sehr wichtiger Unterschied. Jedenfalls habe ich einige Mitschriften aus dem Unterricht mitgenommen. Vielleicht nicht das Typische, das man in so einer Situation einpackt. Aber ich schaue immer noch ab und zu hinein. Die Notizen aus dem Unterricht erinnern mich an meine Schule, meine Klasse und meine Lehrerin. Ich vermisse alle wirklich sehr.“

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