KriegMitgenommen

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privat

Wer flüchtet, muss viel zurücklassen. Hier erzählen Kinder und Jugendliche, was sie retten konnten. Diesmal: Zainab, 14, aus Bagdad im Irak. Sie lebt seit drei Jahren in Dinkelsbühl.

Protokoll von Nina Himmer

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"Diesen Strampler habe ich getragen, als ich noch ein Baby war. Keine Ahnung, warum ein Traktor drauf ist, das ist wahrscheinlich Zufall. Meine Mutter hat ihn eingepackt, als wir aus Bagdad geflohen sind. Das ist die Hauptstadt im Irak - dem Land, in dem ich geboren wurde. Als wir von dort weggegangen sind, war ich erst sieben Jahre alt und habe schon nicht mehr hineingepasst. Jetzt ist es das Einzige, was ich noch aus dem Irak habe. Meistens liegt der Strampler ganz unten in meinem Kleiderschrank. Aber manchmal hole ich ihn raus und staune darüber, wie winzig klein ich mal war und wie anders unser Leben jetzt ist. An die Zeit im Irak kann ich mich kaum noch erinnern. Und die wenigen Bruchstücke in meinem Gedächtnis sind leider nicht besonders schön. Ich weiß zum Beispiel noch, wie ich an der Hand meiner Mutter durch die Stadt in den Kindergarten gelaufen bin und auf der Straße große Blutlachen und ineinander verkeilte Autos gesehen habe. Ziemliches Chaos, Krieg eben. Davor sind wir geflohen. Vor den Bomben, vor der Angst, vor der Zerstörung. Zuerst in die Türkei, dann weiter nach Schweden. Dort waren wir einige Jahre. In dieser Zeit habe ich Pippi Langstrumpf kennengelernt und Schwedisch gelernt. Aber dann sind wir weiter nach Deutschland: Meine Mama, mein Papa, meine zwei kleinen Brüder und ich. Hier fühle ich mich so wohl, dass der Umzug gar nicht so schlimm war. Ich bin schnell angekommen, habe tolle Freundinnen gefunden und mag die Schule und meine Lehrer sehr. Auch die Sprache finde ich leichter als Schwedisch. Deutsch ist sogar mein Lieblingsfach. Und Sport! Nur der Papierkram ist oft schwierig. Gerade bin ich 14 Jahre alt geworden, da ändert sich einiges. Momentan habe ich nur eine Duldung, aber der Antrag auf ein dauerhaftes Bleiberecht läuft. Ich hoffe sehr, dass das klappt. Auch, weil ich Pläne für die Zukunft habe: Später will ich unbedingt mal Polizistin werden. Mir gefällt der Gedanke, Menschen zu helfen und sie zu beschützen."

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