KriegMitgenommen

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privat

Wer flüchtet, muss viel zurücklassen. Hier erzählen Kinder und Jugendliche, was sie retten konnten. Diesmal: Schhad, 14, aus Riad in Saudi-Arabien. Sie lebt seit vier Jahren in München.

Protokoll von Leonie Georg

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"Dieser Fußball ist sehr wichtig für mich. Auch wenn ich ihn erst in Deutschland bekommen habe. Aus Saudi-Arabien konnte ich leider nichts mitnehmen. Dafür ging alles zu schnell: Mein Vater hat mich nachts geweckt und meinte, wir müssen jetzt weg von hier. Das war furchtbar. Ich war ja erst zehn Jahre alt und konnte nicht verstehen, warum wir fliehen müssen, warum ich mich von niemandem verabschieden und nur meinen Pass mitnehmen darf. Auch der Start in Deutschland war holprig: Ich konnte die Sprache nicht, kannte niemanden und hatte schlimmes Heimweh. Anfangs haben wir in einer Flüchtlingsunterkunft in einem kleinen Dorf in Bayern gewohnt. Dort in der Schule war es schwer für mich, weil ich schwarz bin. Die anderen Kinder haben mich oft rassistisch beleidigt. Ich habe noch schneller Deutsch gelernt, um antworten und mich verteidigen zu können. Fußball hat mir in dieser Zeit sehr geholfen. In Saudi-Arabien habe ich immer meinen Brüdern beim Spielen zugeschaut. Ich hätte gerne selbst gespielt, aber Mädchen dürfen dort kein Fußball spielen. In Deutschland habe ich direkt damit angefangen. Die Jungs in meiner Mannschaft haben mich am Anfang nicht ernst genommen. Deswegen habe ich die ganzen Sommerferien mit meinem Vater und meinen Brüdern trainiert. Am Ende bin ich Kapitänin geworden. Dann haben die Jungs sich endlich normal verhalten. Vor zwei Jahren sind wir dann nach München gezogen. Hier spiele ich in einer Mädchenmannschaft und gehe zweimal in der Woche zum Straßenkicken. Den Fußball hat mir mein Vater zum Umzug geschenkt. Er bedeutet mir sehr viel, irgendwann will ich mal Profifußballerin werden."

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