"Staatsanwälte beim Erzbischof" vom 27./28. Februar:
Endlich ermittelt die Staatsanwaltschaft im Missbrauchsskandal der katholischen Kirche. Endlich werden dieser unsäglichen, kircheneigenen Gerichtsbarkeit Grenzen gesetzt. Die Kirchenoberen glauben nach wie vor, wir regeln schwere Straftaten nach unserem eigenen Gutdünken. Was dazu führt, dass Kleriker, die Kinder missbraucht haben, im kirchlichen Dienst blieben und schlimmstenfalls versetzt wurden. In der neuen Pfarrei ging der Missbrauch weiter. Dass nun bei der Durchsuchung im Erzbischöflichen Palais keine heiklen Unterlagen zu Missbrauchsfällen gefunden wurden, verwundert nicht, jeder kleine oder große Steuerhinterzieher besitzt einen elektronischen Aktenvernichter. Die katholische Kirche mit ihren Bischöfen muss von staatlicher Seite gründlich kontrolliert werden, die eigene Gerichtsbarkeit der Kirchen - seien es strafrechtlich oder auch arbeitsrechtlich - muss abgeschafft werden. Ja, die Kirche darf nicht unantastbar sein. Sie macht vieles gut. Aber sie vertuscht und macht dadurch vieles schlecht und geht mit Missbrauchsopfern menschenverachtend um.
Christoph Rabas, Dießen am Ammersee
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