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Integration:Zwiespältige Gefühle

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Leserbriefe sind in keinem Fall Meinungsäußerungen der Redaktion. Wir behalten uns vor, die Texte zu kürzen.

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Während eine Leserin sich bei der Bloggerin Tuba Sarica für deren Beitrag zur Integrationsdebatte bedankt, übt ein anderer Kritik. Es sei schwer erträglich, dass ihr diese Plattform gegeben werde, schreibt er.

"Nichts geschenkt" vom 25. Juli:

Liebe Tuba Sarica, ich möchte mich bei Ihnen für das Interview bedanken, das so klug, so mutig, so befreiend und ermutigend daherkommt, dass ich nach all den düsteren Gedanken und zwiespältigen Gefühlen der letzten Tage und Woche wieder Zuversicht schöpfe und mein offenbar doch nicht so unerschütterlicher Glaube an eine gemeinsame, gleichberechtigte und solidarische Zukunft wieder Raum in mir greift. Ich bin jetzt schon sehr gespannt auf Ihr Buch.

Gisela Wuttke, Münster

Fehler auf beiden Seiten

Als hier geborener und aufgewachsener türkischstämmiger Deutscher finde ich es schwer erträglich, dass die SZ jemandem, der sich so unreflektiert und ohne jedwedes historische Bewusstsein äußert wie Tuba Sarica, ein halbseitiges Forum gibt. Frau Sarica unterstellt den Türken Opferrhetorik sowie nicht integrationsfähig und -willig zu sein. Sie unterschlägt dabei völlig, wie sich die deutsche Mehrheitsgesellschaft jahrzehntelang de facto zu Integration verhalten hatund verhält. Integration ist unbestritten eine beidseitige Angelegenheit, und beide Seiten haben im Laufe einer nun fast 60(!)-jährigen gemeinsamen Geschichte Fehler gemacht. Man kann mit Recht argumentieren, dass die muslimischen Einwanderer aufgrund gesellschaftlicher und kultureller Gründe schwerer zu integrieren sind als etwa Südeuropäer. Ein Ding der Unmöglichkeit ist es aber keinesfalls, wie zigfach in Europa und der "neuen Welt" zu beobachten. Dies erfordert aber von beiden Seiten gewisse Anstrengungen. Dazu hat in diesem Lande nicht immer die Bereitschaft existiert.

Sedat Aslan, München