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Homöopathie:Heilmittel oder Placebo?

Einige SZ-Leser reagierten verärgert auf eine Kommentierung über ,,Gefahren" dieser Methode, anderen wiederum geht der Anspruch und die Verbreitung der Homöopathie zu weit.

Zum Kommentar "Nicht alles, was hilft, wirkt" vom 10. Mai:

Die Menschen, die am meisten die Homöopathie kritisieren, haben im Allgemeinen wenig Ahnung von ihr. Meist höre ich den Satz: "Ich glaube nicht an die Kügelchen" und das war es dann. Selbst wenn Homöopathie nur als Placebo wirken würde, was ich keinesfalls glaube, hätte sie einen großen volkswirtschaftlichen Nutzen, weil sie im Allgemeinen nicht schadet und unglaubliche Heilerfolge - wie auch immer - für sich verbuchen kann. Es gibt sehr viele Studien, die die Wirksamkeit der Homöopathie belegen und sehr viele, die keine Effekte sehen. Vielleicht gibt es gar nicht eine objektive Forschung, vielleicht ist es so, dass die subjektive Einstellung des Beobachters (Forschers) das Ergebnis beeinflusst. Aus der Quantenphysik ist bekannt: der Forscher wählt die Versuchsanordnung, Licht als Welle oder als Teilchen, er erschafft die entsprechende Realität!

Dr. med. Adelheid Clados, München

In manchen Gebieten in Deutschland muss man beinahe handgreiflich verhindern, dass eigene (Klein-)Kinder von anderen Eltern Globuli zugesteckt bekommen, auch bei geringsten Beschwerden. Was vermitteln diese Eltern ihren Kindern damit: hast du ein Problem, nimmt ein paar Globuli und diese lösen deine Probleme. Dann wundert man sich, dass die Psychopharmaka-Verordnungen für Kinder und Jugendliche in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen sind. Anstatt, wie von Frau Schwesig gefordert, "darüber zu forschen, wie im Säuglings- und Kleinkindalter alternative Methoden wie die Homöopathie in der Therapie wirksam eingesetzt werden können", sollte man lieber mal den Zusammenhang regelmäßiger Medikamenteneinnahme - inklusive Globuli - im Säuglings- und Kleinkindalter mit dem Psychopharmaka-Verbrauch von Jugendlichen und Erwachsenen korrelieren! Wenn ich schon keinen Nutzen nachweisen kann, sollte ich mich wenigstens vergewissern, dass Nebenwirkungen ausgeschlossen sind!

Dr. Andreas Spiegl, Murnau

Meine Kenntnisse in Sachen Arzneimitteln sind gewiss geringer als die Ihrigen, wodurch sich mir die Frage stellt, was bis vor ca. 150 Jahren die Menschen für wirksame Medikamente erhielten, bevor die erhältlich waren, die Ihrer Meinung nach dann wirken?

Jürgen Schmierer, Göppingen

© SZ vom 16.05.2019

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