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Gymnasium:Unredliche Konkurrenz

Ein Leser macht sich für integrierte Schulen stark: Hier werde ein wertschätzendes Miteinander erlern- und erlebbar. Im Gegensatz zu Gymnasien, in denen die Verschiedenheit der Kinder nicht akzeptiert, sondern höchstens bewältigt werde.

"Masse und Klasse" vom 22. Oktober:

Die erfreulichen pädagogischen Ansätze an heutigen Gymnasien sind nicht Ursache der Nachfrage, sondern eine notwendige Reaktion auf den Zustrom. Sie dienen der Bewältigung - nicht der Akzeptanz der Verschiedenheit der Kinder. Diese Bildungsanstalt pflegt ein Selbstverständnis der "Besseren", entspricht so dem Bedürfnis vieler Eltern, ihrem Kind einen Konkurrenzvorteil zu verschaffen, statt wirklich "Bildung" anzustreben. Es geht um soziale Sonderung, die Privilegien sichert oder Aufstieg verspricht - das Merkmal der deutschen Schule! Davon darf auch eine steigende Quote nicht ablenken. Die Erfolge der integrierten Schulen beruhen stattdessen und trotz dieses gesellschaftlichen Gegenwinds auf einer pädagogischen Praxis, die individuelle Verschiedenheit anerkennt, die Vielfalt für gemeinsames Lernen fruchtbar macht. Wertschätzendes Miteinander wird erleb- und erlernbar. Nur wenn wir die unredliche Konkurrenz im Bildungswesen beenden, können wir die fortgesetzte Spaltung der Gesellschaft mindern und überwinden. Bestmögliche Potenzialentfaltung für alle muss oberstes Ziel der öffentlichen Schule sein - der vermeintlich legitime Vorteil für einige sollte nicht die Schulstruktur prägen. In letzter Konsequenz bedarf es einer gemeinsamen, inklusiven Schule für wirklich alle.

Gerd-Ulrich Franz, Groß-Umstadt

Vorsitzender GGG, Gemeinnützige Gesellschaft Gesamtschule, Verband für Schulen des gemeinsamen Lernens e.V.