Forum:Extravagantes Wohnen  für Maja und Willi

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Ein paar Gedanken zu einer futuristischen Waben-Architektur, die zwar einen originellen Akzent für München setzen würde, aber sicher kein Wohnungsproblem löst.

"Wohnen wie Biene Maja" vom 9. Dezember:

Schön, dass es in München noch Baumeister gibt, die von der fantasielosen Schuhschachtelarchitektur abweichen und den Mut besitzen, futuristischere Häuser zu entwerfen. Statt quadratisch und rechteckig, wie gehabt, oder rund, wie bei Hundertwasser, versucht man es nun mit einer "hexagonal angelegten Wabenstruktur"?

"Wände gibt es keine" in den sechseckigen Wohnräumen. Nur "schräge Böden". Die experimentellen Wohnwaben wären somit das ideale Zuhause für Imker. In den eigenen sechs Wänden würden sich die wahrscheinlich genauso wohl fühlen wie ihre fleißigen Honigsammler im Bienenstock. Und wer außer Maja und Willi kämen sonst noch als Bewohner der extravaganten Räumlichkeiten in Betracht? Junge, hippe Gutverdiener, die der architektonischen Einfalt entfliehen möchten und eine repräsentative Bleibe suchen? Familien mit Kindern, die immer schon einmal in einem raumschiffähnlichen Objekt wohnen wollten? Hochbetagte Senioren und mobil Eingeschränkte, die im "Cluster"-Wohnkonzept zwar eine "Himmelsleiter" vorfinden, dafür aber weder Lift noch Barrierefreiheit und lediglich die im "Gartenhaus" konzipierten Wohneinheiten über eine rollstuhlgerechte "Brücke" erreichen würden?

Möbel von der Stange kann man logischerweise nicht aufstellen, und speziell dafür angefertigte, hexagonalförmige Schränke sind noch in der Planung und muss man sich auch erst einmal leisten können. Den Mangel an bezahlbarem Wohnraum wird man mit den Wabenbauten sicher nicht lösen können. Aber immerhin bekäme die Landeshauptstadt endlich mal wieder ein ansehnliches Vorzeigeobjekt, das ein wenig vom grauen(vollen) städtebaulichen Einheitsbrei ablenkt.

Manfred Jagoda, Ismaning

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