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Fahrradhelme:Werbung schlecht, Botschaft gut

Einige SZ-Leser regen sich vor allem über die englischsprachige Werbebotschaft des Bundesverkehrsministers zum Thema Helme auf, die provozieren sollte. Dass diese Radler bei Unfällen schützen, gerät in den Hintergrund.

Zu "Radfahrer-Blues" vom 10. April, "Kopfgesteuert" vom 30. März und "Das gab es noch nie" vom 26. März:

Schon Verkehrsminister Wissmann hielt es vor Jahren für eine tolle Idee, die Deutschen auf Englisch anzusprechen und lancierte gegen das Fahren mit Alkohol am Steuer die Kampagne "Don't drink and drive." Nun ist es wieder einer Werbeagentur gelungen, einen Feldzug für das Tragen von Fahrradhelmen mit - neben merkwürdigen Fotomotiven - englischem Text an das Verkehrsministerium zu verkaufen: "Looks like shit. But saves my life." Dabei verwundert mich die Tatsache, dass man tatsächlich glaubt, Otto Normalfahrradfahrer sei auf Englisch am ehesten anzusprechen. Gleichzeitig bewundere ich die Leistung dieser Agenturen, derartigen Nonsens für teures Geld an ein Ministerium zu verkaufen.

Rainer Rottke, Herrenberg

Die Aktion ist ebenso daneben wie der Versuch verschiedener Vereine und Berufsgruppen, mit Erotikkalendern für sich zu werben. Wir sollten aber offen diskutieren, inwieweit erotische Auftritte, sei es live, sei es für Kalender/Plakate, moralisch in Ordnung sind, ob es einen Unterschied gibt zwischen Auftritten im Freundeskreis und bezahlten.

Christian Fuchs, Gutenstetten

Und jetzt fehlt fairerweise die Umfrage unter Fußgängern, Kinderwagen-Schiebern, Inline-Skatern und "normalen" Radlern zur großen Verkehrsgefährdung der radelnden Fanatiker: Warum haben die Renn-Raser keine Klingel an ihrem teuren Zweirad? Sie schleppen jede Menge Computer-Schnickschnack mit sich herum. Aber die 20 Gramm für eine Klingel sind angeblich zu viel Gewicht. Die Raser nähern sich lieber lautlos auf ihren dünnen Rennreifen, erschrecken rücksichtlos die anderen ahnungslosen Wegbenutzer. Rechtzeitiges Klingeln wäre anständiger. Warum lässt das Verkehrsministerium solche rasenden Verkehrsmittel ohne Klingel überhaupt zu? Autos müssen doch auch eine Hupe haben.

Brigitte Zander, Baierbrunn

Ich hatte vor Kurzem einen Fahrradunfall, den ich mit viel Glück und Prellungen überstanden habe. Ein Autofahrer hatte mich tagsüber übersehen und mir die Vorfahrt genommen. Ein Fehler, der passieren kann. Jedem von uns. Ich habe einen Fahrradhelm getragen. Er hat mir das Leben gerettet. Ich bin mehrmals hauptsächlich mit dem Kopf auf Auto und Straße aufgeprallt. So heftig, dass ich mit meinem Kopf die Frontscheibe des Autos eingeschlagen habe. Aber ich blieb am Kopf unversehrt. Ich möchte Aufmerksamkeit für das Tragen eines Fahrradhelms. Es gibt etliche Diskussionen zum Thema. Ich kann nur sagen: Sie rechtfertigen nichts. Hätte ich gewartet, bis sich die Wissenschaft einig wäre, ob ein Helm hilfreich ist oder nicht, hätte ich auf die Frisur Rücksicht genommen, dann wäre ich jetzt tot.

Lydia Dumack, Moorrege