Erwin Huber Und die Hypo Alpe Adria?

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Der aus dem Landtag ausscheidende CSU-Abgeordnete Erwin Huber wurde jüngst auf der Seite Drei der SZ porträtiert. Der ehemalige CSU-Chef hat dies, je nach Standpunkt der Leser, verdient - oder auch nicht.

"Aufstehen" vom 9. Oktober:

Mit Überraschung stelle ich fest, dass der längst überfällige Abgang des zum Hinterbänkler abgesackten CSU-Politikers Erwin Huber, wie weiland auch bei Gerold Tandler zu einem ganzseitigen Artikel auf Seite Drei aufgemacht wird. Huber war lange Zeit ein ausgespitzter Strippenzieher der CSU. Zu kurz und zu nebensächlich kommt meines Erachtens seine Rolle zusammen mit Edmund Stoiber in der Affäre Hypo Alpe Adria. Da kommt mir Huber zu gütig weg. Er und Stoiber, die Politverantwortlichen, haben sich clever und juristisch abgesichert aus der Verantwortung weggestohlen, 3,7 Milliarden Euro haben sie "versandelt". Diese Tatsache hat der CSU nachhaltigen Schaden zugefügt. Es ist Zeit, dass die Strauß-Epigonen inklusive Stoiber als Hintergrundmanager abtreten, sie haben schon lange ausgedient. Man braucht sie nicht zu vermissen.

Rüdiger Herrmann, Vornbach

Präsent, kämpferisch, firm

Bei den erfolgreich verlaufenen Koalitionsverhandlungen CSU/FDP im Jahr 2008 war ich Mitglied der FDP-Delegation. Dort habe ich Huber während vier Wochen nahezu täglich aus nächster Nähe erleben können. Seit dieser Erfahrung habe ich für ihn die höchste Hochachtung und Wertschätzung. Unmittelbar vor Beginn der Verhandlungen hatte er mit dem erzwungenen Rücktritt vom CSU-Vorsitz die wohl tiefste Krise in seinen 40 Jahren Politik hinnehmen müssen. In den Verhandlungen war davon nichts zu spüren: Er war in bester Form präsent, kämpferisch, firm auf allen Sachgebieten. Vor dieser Haltung ziehe ich noch heute den Hut.

Dr. Klaus von Lindeiner, München

Schlag nach bei Paulus

Mit "Liebe und Verbundenheit" beschreibt Erwin Huber sein Verhältnis zur CSU. Verbundenheit, daran sei bei ihm keinerlei Zweifel erlaubt. Aber Liebe? Sollte er damit etwa die Liebe meinen, wie sie Paulus (im 1. Korinther-Brief 13) beschrieb? Bezogen auf die Gesamtheit einer Staatspartei, einschließlich ihrer christlichen Leitbilder im Handeln und ihres durchweg liebenswerten Führungspersonals? Schade, dass Gustav Heinemann das nicht mehr lesen kann. Der ja bekanntlich nur seine Frau lieben wollte - nicht aber den Staat (und somit wohl noch nicht mal die eigene Partei).

Klaus Dieter Edler, Hannover

Mit Format

Wenn die meisten der Landtagsabgeordneten der CSU das Format eines Erwin Huber hätten, dann könnte man diese Partei (wieder) wählen.

Prof. Gerhard H. Schlund, München