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Edward Snowden:Hilfe für Whistleblower

Immer wenn er sich zu Wort meldet oder über ihn berichtet wird, melden sich Leser zu Wort. Das Unverständnis über das Schicksal Snowdens ist groß. Ein Schreiber fordert ein Gerichtsverfahren, andere plädieren für Asyl in Europa.

Zu "Und wenn schon" vom 18. September, "Das Internet war meine große Liebe" vom 14./15. September sowie zu "Prantls Blick: Was macht eigentlich ... Edward Snowden?" auf SZ.de seit 11. August:

Der Kommentar "Und wenn schon" von Joachim Käppner hat mir aus dem Herzen gesprochen. Ein Schutz durch einen Ombudsmann oder anderes ist überfällig, damit Menschen sich trauen, auf gravierende Missstände, Betrug etc. in ihren Unternehmen hinzuweisen. Der Dieselskandal zum Beispiel wäre vielleicht so vermieden worden.

Irmhild von Söhnen, Berg

Herr Snowden hat seinen Eid gebrochen und sich aus dem Staub gemacht. Verrätern gewährt man kein Asyl, sondern stellt sie vor Gericht. Herr Snowden ist nicht bereit, die Konsequenz für seinen Verrat zu tragen, also entzieht er sich den Behörden.

Hans-Hermann Münster, Kreuzlingen/Schweiz

Wie wäre es, eine Petition auf EU-Ebene zu starten, mit der klaren Forderung, Edward Snowden in einem europäischen Land Bürgerrecht zu bieten? Mich macht die Feigheit bei dem Thema fassungslos, und da ich nicht mehr mit Plakat durch die Straßen laufen kann, wäre es das Mindeste, auf dem Weg einer Petition etwas zu tun.

Ich habe über Twitter Edward Snowden geschrieben, ob er mit einer europaweiten Petition für ein Bleiberecht in seinem Wunschland einverstanden ist. Machen wir auch unserer Regierung Druck, damit diese humanitäre Blamage ein Ende findet.

Brigitte Schumacher, Berlin

Der Umgang mit Snowden ist peinlichst für unsere Regierung und unser Land. Hoffentlich holt der Beitrag von Herrn Prantl unsere Entscheidungsträger rechtzeitig aus dem Tiefschlaf und zu unseren grundgesetzlichen Verpflichtungen.

Hans-Georg Wegfahrt, Herzogsreut

Ich finde, an diesen mutigen Menschen muss hin und wieder erinnert werden, damit er mit seinem Tun nicht sang- und klanglos unterm dem Teppich der Geschichte verschwindet. Ein Aspekt fehlt mir noch in der Berichterstattung: Wenn ein amerikanischer Staatsbürger im Ausland in Bedrängnis gerät, dann wird eine Kanonade gegen dieses Land aufgefahren. Umgekehrt wird ein unliebsamer amerikanischer Staatsbürger wie Snowden in die Wüste geschickt. Fazit: Einige amerikanische Rechtsvorstellungen stimmen nicht mit meinen überein.

Erhard Stupperich, Ulm

Für uns ist Edward Snowden ein Gemeinwohlpionier, denn er hat sich um das Gemeinwohl einer freien Welt mehr als verdient gemacht.

Manfred Mayer, Pfaffenhofen/Ilm

Es ist wirklich eine Schande, dass Edward Snowden in Moskau und nicht irgendwo in der Europäischen Union im Exil leben muss beziehungsweise kann. Über all die Jahre habe ich mich ernsthaft gefragt, ob Deutschland oder die EU Herrn Snowden echten Schutz vor der Verfolgung der amerikanischen Behörden bieten kann?

Wenn schon ein vietnamesischer Geschäftsmann auf offener Straße in Berlin entführt und in seine Heimat verbracht werden kann, wie viel mehr muss man sich dann fragen, ob deutsche (oder EU-)Behörden Herrn Snowden wirklich ein sicheres Asyl bieten könn(t)en. Das ist natürlich nicht als Entschuldigung oder Erklärung tauglich, aber vielleicht ist der Mann tatsächlich sicherer in Moskau.

Uli Feiler, Oberhaching