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E-Mobilität:Lärm machen ist kein Grundrecht

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Weil man sie nicht hört und nicht unterschieden kann, basteln die Hersteller am Sound der eigentlich sehr leisen E-Autos. Einige Leserinnen und Leser können diesem Trend wenig abgewinnen.

Zu "Dreh mal lauter" vom 23. Februar:

Bedauerlicherweise stößt der Beitrag von Thomas Fromm zum Sounddesign für E-Autos ins Horn der Autolobby: Elektro-Autos, die keiner hört, wären gefährlich, heißt es dort. Was für ein Hohn angesichts von mehr als 15 Millionen Schwerhörigen hierzulande! Autos sind für Fußgänger generell gefährlich.

Ausgerechnet auf Krach zu setzen, den so genannten "Sound", ist lächerlich. In Wahrheit handelt es sich um ein vorgeschobenes Schein-Argument, um den PS-Protzen ein Verkaufsargument zu liefern. Eines, das massiv stört und krank macht.

Verkehrslärm in Ballungsgebieten gehört massiv bekämpft. Stiller Kraftverkehr wäre ein wichtiger Schritt. Um Fußgänger zu schützen, sind andere Dinge nötig. Angefangen von Verkehrsregeln wie Tempo 30 über Verkehrsplanung bis hin zu elektronischen Maßnahmen. "Sound" ist Steinzeit.

Alexander Preuße, Göttingen

Das Letzte, was die Welt braucht, sind mehr und neue Geräusche auf den Straßen und in den Städten. Tut mir leid für die Sounddesigner, die sicher Existenzängste haben, wenn Autos plötzlich leise sind. Leise gleich gefährlich? Das stimmt so nicht. Ich selbst fahre eine E-Auto, und zwar so, wie es die Straßenverkehrsordnung vorschreibt: Mit Vorsicht und Rücksichtnahme. Das heißt, ich weiß, dass mein Auto nicht immer gehört wird, und da ich mich in die Situation von Radfahrerinnen und Fußgängern hineinversetzen kann, achte ich auf Signale, die mir zeigen, ob mein Auto wahrgenommen wird oder nicht und verhalte mich entsprechend.

Im äußersten Fall hat das Auto auch eine Hupe. Wer dieses Kribbeln im Magen sucht, hat meines Erachtens im Straßenverkehr nichts verloren, das kann man sich beim Bungee-Springen oder in bestimmten Fahrgeschäften auf Jahrmärkten holen, oder auch, indem man sich zu Hause einen schalldichten Raum einrichtet für Musik und die Bässe aufdreht. Andere damit zu belästigen steht keinem zu und gehört nicht zu den Grundrechten der Menschen.

Jutta Meinerts, Stendal

"Wie hat man das damals ausgehalten?" wird gefragt. Klare Antwort: Nicht! Jedenfalls gilt das für viele, allzu viele Menschen, die dadurch krank wurden und Schlimmeres. Allerdings geht's ähnlich wie beim Rauchen langsam, oft fast unmerklich, bis es zu spät ist. Da parkt ein Mensch seinen Krawall-Generator - und nestelt sich Ohrstöpsel heraus. Klar, er hält die für ihn dauernd mitfahrende Schall-Belastung nicht aus! An der Ampel stehen eine Reihe von solchen Krach-Machern. Ich will sie ansprechen, sie reagieren nicht, "spielen" nur ab und zu am Gasgriff. Sicherlich hören sie mich gar nicht ob ihres eigenen Gehörschutz, für die Umgebung ist es aber höllisch laut ist. Im Artikel wird das Krankmachende aber nur in einem Nebensatz erwähnt.

Helmut Rasp, Landshut

© SZ vom 04.03.2021
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