DummheitVom Blödsinn kluger Köpfe

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US-Präsident Donald Trump in Denkerpose.
US-Präsident Donald Trump in Denkerpose. Brian Snyder/REUTERS

Woran erkennt man die Dummheit? Eine SZ-Autorin sucht nach Antworten – und manch ein Leser bemängelt, dass sie etwas schnell beim Amtsinhaber im Weißen Haus landet.

„Einfach blöd?“ vom 8./9. November:

Fähigkeit zur Differenzierung

Im Artikel fehlt ein Aspekt für die Abgrenzung von Intelligenz und Dummheit, nämlich die Fähigkeit und die Bereitschaft zu differenzierter Betrachtung. Dies verhindert beispielsweise, dass man blind Ideologien hinterherläuft, was ich für das größte Problem der Gegenwart halte. Nicht einmal Trump sollte man undifferenziert betrachten, und Frau Berndt sollte sich überlegen, ob es intelligent war, diesen klischeehaft und einer Mode entsprechend zum Aufhänger ihres ansonsten sprachlich und inhaltlich herzerfrischenden Artikels zu machen.

Stephan Schmitt, München

Gefahr für die Mitmenschen

Die Zeichnung verharmlost die Gefahr der Dummheit leider viel zu sehr: insofern als jener Schönling nur sich selbst schadet. Gefährlicher, viel gefährlicher ist Dummheit für die Mitmenschen! Und ich kenne im privaten und beruflichen Bereich zwei Personen, die beide ihre Dummheit sozusagen kompensierten durch unverschämte Lügen und dreiste Frechheiten. Und damit durchgekommen sind! Leider ist dies auch bei Trump in seiner einzigartigen Machtfülle so. Schon sein Kanal „Truth Social“ beweist es, denn der enthält das genaue Gegenteil seiner Bezeichnung: Lügen und Egoismus!

Manfred Schleyer, München

Dummheit aus Arroganz

Auch dieser Artikel scheint ohne das Ritual, irgendwelche tatsächlichen oder vermeintlichen Intelligenzmängel des amtierenden US-Präsidenten aufzuzählen, sobald sich nur ein entfernter Zusammenhang mit dem sonstigen Artikelinhalt ergibt, nicht auskommen zu können. Leider hat die Autorin das Sprichwort „Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz“, eine auf vielfältigen Erfahrungen liegende Volksweisheit, unerwähnt gelassen. Stolz, sinngemäß richtig übersetzt mit Arroganz, führt dazu, dass sich – wie allerdings auch die Autorin zutreffend verdeutlicht – der dumm Handelnde über bekannte oder bei einiger Beobachtung und dem Nachdenken über diese Beobachtungen erkennbare Regeln hinwegsetzt und die Konsequenzen seines Handelns oder Unterlassens infolge von Denkfaulheit und/oder Feigheit – nicht infolge des Mangels an Verstand – nicht sehen will. Und da sind wir schon gar nicht mehr allzu weit von der von Kant im Jahr 1784 definierten (und in Beispielen beschriebenen) selbstverschuldeten Unmündigkeit entfernt.

Norbert Urban, Blomberg

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