Kommentar „Deutschlandfunk schafft sich ab“ vom 10. Juli:
Diamant in Gefahr
Ich bin seit 15 Jahren begeisterter Hörer des Deutschlandfunks (DLF). Die Sendungen sind mir so vertraut, dass ich mir nicht vorstellen mag, dass es sie schon ab Ende des Jahres nicht mehr geben könnte: „Andruck“, montagabends um 19 Uhr, eine Stunde lang profunde Rezension politischer Bücher; „Europa heute“, wochentags eine halbe Stunde ab 9 Uhr vormittags, Hintergrundberichte über das politische Geschehen in unseren Nachbarländern; „Eine Welt“, Samstag 13.30 Uhr, eine halbe Stunde interessante Berichte über aktuelle Ereignisse aus fernen Ländern und anderen Kontinenten. Themen, die in anderen Medien wenig oder gar nicht vorkommen – zumindest nicht in der journalistischen Qualität, Genauigkeit und Tiefe.
Die Programmchefs wollen all dies zugunsten vermeintlich veränderter Hör(er)gewohnheiten aufgeben. Aus wiedererkennbaren Sendungen werden Magazine, feste Sendeplätze verschwinden in stundenlangen „Strecken“. Andere Rundfunkanstalten, wie etwa der Bayerische Rundfunk mit seinem vormals hochklassigen Kultur- und Bildungskanal Bayern 2, haben eine ähnliche Programmreform schon umgesetzt.
Das Ergebnis ist ernüchternd: Entstanden ist ein Formatradio, das man zwar gerne einmal einschaltet, das aber keine wahre Begeisterung mehr auslöst und kein Identifikationspotenzial – bis hin zur Strukturierung des Tagesablaufs – für seine Hörer mehr bietet. Permanente Wiederholungen von Programmbeiträgen zeigen deutlich den gesunkenen Anspruch an das eigene Programm.
Kaum zu glauben, dass man die Einzigartigkeit der aktuellen Struktur nicht mehr zu schätzen weiß und dieses Alleinstellungsmerkmal aufgeben möchte. Der DLF ist für mich der Goldstandard, das Leitmedium in der deutschen Radiolandschaft. Will man diesen Diamanten tatsächlich (kaputt)schleifen?
Alois Altmann, Bad Abbach
Eine Katastrophe
Vielen Dank für den Artikel von Claudius Seidl zur sogenannten Programmreform des Deutschlandfunks. Dem ist wirklich nichts hinzuzufügen, jeder einzelne Satz trifft den Nagel auf den Kopf und ist fett zu unterstreichen. Sollte diese „Reform“ umgesetzt werden, wäre das wirklich eine Katastrophe für die deutsche Medienlandschaft. Man kann nur hoffen, darauf dringen und meinethalben beten, dass Intendant und verantwortliche Gremien noch zur Besinnung kommen. „Wer A sagt, muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch ist.“ (Bertolt Brecht)
Thomas Eimann, Wildberg
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