Deutsche Bank Ständige Miese auf dem Image-Konto

Ist der Name angesichts der Skandale noch angemessen?

Der Sitz der Deutschen Bank in Frankfurt.

(Foto: Ralph Orlowski/Reuters)

"Vertreibung aus dem Paradies" und Kommentar "Der Preis der Hybris" vom 1./2. Dezember sowie "Ewige Altlasten" und Kommentar "Deutsche Bank: Es stinkt" vom 30. November:

Grundsatzfrage

Wozu brauchen wir eigentlich noch die Deutsche Bank? Die seriösen Geschäfte der Bank können alle anderen Banken in Deutschland auch abwickeln, und für die unseriösen braucht man nicht mal mehr die Deutsche Bank. Runde Geburtstage können die Politiker auch mit anderen Bankern feiern.

Gerd Nieschalk, Heidelberg

Zu Lasten der Allgemeinheit

Der Kommentar "Der Preis der Hybris" zeigt zu Recht ein gravierendes Problem in der deutschen Wirtschaft: Manager, die in unverantwortlicher Weise weit überhöhte, unverantwortliche Risiken eingehen. Trotz häufigen Scheiterns erhalten sie in der Regel noch hohe Abfindungen. Die von Ihnen zu Recht aufgeführten Unternehmen müssen leider noch durch zahlreichen andere Unternehmen ergänzt werden, wie etwa Thyssen, VW, BMW, Daimler, RWE und andere. Sie weisen zu Recht darauf hin, dass häufig die Arbeitnehmer die desaströsen Entscheidungen ausbaden müssen. Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass auch der normale Bürger als Steuerzahler die vermeidbaren Lasten tragen muss.

Otto Enneper, Düsseldorf

Schlechte Finanzhygiene

Über Jahrzehnte haben Banken in der gesamten Welt - besonders aber in der Schweiz und an anderen "offshore places" - den Begriff "Bankgeheimnis" wie eine Ikone vor sich hergetragen. Durch die Panama-Papers-Affäre treten nun die Vorkommnisse erneut ins grelle Rampenlicht der Weltöffentlichkeit. Die Banken, die das sogenannte Private-wealth-Geschäft betreiben, müssten in ihren Revisionsabteilungen ein Spezial-Auditing zum Auffinden des Verstecks von schwarzen Geldern aufsetzen ( unversteuerte Gelder, verdeckte Zahlungen, Drogen- und Prostitutionsgewinne, illegale Waffengeschäfte et cetera). So wie bisher kann es einfach nicht weitergehen. Die internationale Finanzhygiene muss sich verbessern.

Sigurd Schmidt, Bad Homburg

Arroganz der Macht

Volltreffer. Realistischer kann man den Zustand der Führungsspitze in manchen Konzernen nicht beschreiben. Die Herrschaften in ihren einheitlich grauen Anzügen haben längst alle Bodenhaftung verloren. Ausgestattet mit fürstlichen Bezügen und Boni kann man lässig ein paar Tausend Mitarbeiter (oder Leihsklaven) entlassen. Natürlich oft auf Anraten von Unternehmensberatern, die selbstverständlich keinerlei Risiko tragen und hinter denen man sich gut verstecken mag. Notfalls ruft man, wenn das Wasser bis zum Hals steht, nach dem Staat. Dann ist der Steuerzahler wieder einmal gefragt. Der natürlich auch die noble Abfindung zahlt. Wenn es mit der deutschen Wirtschaft langsam den Bach runtergeht, so ist das ein Verdienst der "Manager", die sich selbst gerne einen Glorienschein verpassen. Vielleicht wäre es gut, wenn öfter Frauen die Verantwortung übernähmen.

Norbert Kemp, Regenstauf