Abnicker, Wackeldackel, Ja-Sager: All diese Begriffe meinen dasselbe. Sie beschreiben jemanden, der ständig zustimmt. Meist, um dem anderen zu gefallen. Offenbar ist auch Elon Musk so ein Ja-Sager. Oder eher: Ein Yeah-Sager, also die englische Variante davon. Diesen Eindruck hat der reichste Mann der Welt diese Woche nach einem Gespräch mit Donald Trump hinterlassen, dem Präsidentschaftskandidaten der Republikaner. Es fand auf der Plattform X, statt, die Musk gehört, und wurde von Trumps Team als „Interview des Jahrhunderts“ angekündigt. Nun, ein Interview war es nicht. Stattdessen durfte Donald Trump ohne Nachfragen, Einordnungen oder Unterbrechungen krude Hassbotschaften und Lügen verbreiten: Die Gerichtsprozess gegen ihn? Alles von der Regierung eingefädelt! Gegenkandidatin Kamala Harris? Eine gefährliche Heuchlerin! Einwanderer? Eine Gefahr für die menschliche Zivilisation. Über zwei Stunden lang ging das so, mit teils mehr als einer Million Zuschauern. Und Musk? Nickte und yeahte, lobte und stimmte zu. Egal ob es um Atomkraft, Inflation oder Klimawandel ging: Yeah, yeah, yeah. Dabei waren die beiden noch vor zwei Jahren alles andere als Freunde. Trump bezeichnete Musk einmal als Schwachkopf, Musk kritisierte Trump als zu alt für eine zweite Amtszeit. Dann aber haben beide Ja gesagt. Zu einer Verbindung, von der sie sich offenbar Vorteile erhoffen: Trumps Kampagne ist nach dem Rückzug von Joe Biden ins Wanken geraten, Kamala Harris liegt in Umfragen vor ihm. Er braucht dringend Aufmerksamkeit und Geld für seine Kampagne, Musk kann mit beidem dienen. Der wiederum hofft als Chef von Firmen wie X, Tesla und Space-X, nach einem Wahlsieg von Trump noch mehr Geld zu verdienen. Wie man solche Menschen nennt? Opportunist, Wendehals oder Gesinnungsakrobat zum Beispiel.
Detail der Woche„Yeah“
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Oft sind es die kleinen Dinge, die viel erzählen. Jede Woche aufs Neue. Diesmal: über den US-Wahlkampf.
Von Nina Himmer