Leinenpflicht. Dieses Wort hören Hundebesitzer nicht gern. Bälle fangen, rumtoben, Stöckchen holen? An der Leine langweilig – oder eine riesige Verhedderei. Hilft aber nix: Gerade herrscht in Deutschland an viel mehr Orten als sonst Leinenpflicht. Nicht etwa, weil über Nacht alle zu Hundehassern geworden sind. Sondern um eine Krankheit einzudämmen. In Deutschland wurden schon fast 6000 Fälle der Afrikanischen Schweinepest nachgewiesen, etwa bei Wildschweinen in Hessen, Brandenburg, Rheinland-Pfalz und Sachsen. Das ist eine sehr gefährliche und ansteckende Erkrankung. Es gibt keine Impfung oder Therapie dagegen, die Schweine bekommen hohes Fieber und Blutungen und sterben daran. Für Menschen und Hunde ist das Virus zwar nicht gefährlich. Trotzdem gibt es nun Einschränkungen für beide: Die einen dürfen Wege nicht mehr verlassen, nicht mehr wild campen, Pilze sammeln oder Maislabyrinthe besuchen. Die anderen müssen an der Leine bleiben. Außerdem wurden Elektrozäune aufgestellt, um die Bewegung von Wildschweinen einzuschränken. Wozu das alles? Zum einen sollen in betroffenen Gebieten keine infizierten Tiere aufgeschreckt werden, damit sie das Virus nicht weiterverbreiten. Wildschweine halten sich gern im Unterholz auf, deshalb sollen Mensch und Hund fernbleiben. Zum anderen können Menschen und Hunde das Virus weitertragen, etwa über Kleidung, Schuhe, Pfoten. Das gilt es unbedingt zu verhindern, weil sonst noch viel mehr Tiere sterben könnten: In Deutschland leben etwa zwei Millionen Wildschweine und 20 Millionen Schweine auf Bauernhöfen und in Mastbetrieben – und alle sind in Gefahr.
Detail der WocheHundeleine
Oft sind es die kleinen Dinge, die viel erzählen. Jede Woche aufs Neue. Diesmal: über ein Virus.
Von Nina Himmer