Lesestoff:Dänische Duftmarken

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Der Designer Arne Jacobsen ist vielen ein Begriff. Was wenige wissen: Er hat auch einige Projekte in Deutschland realisiert. In einem Buch werden sieben Werke vorgestellt.

Von Antje Rössler

Arne Jacobsen gilt als einer der wichtigsten Designer und Architekten Dänemarks. Wenig bekannt ist indes, dass er gemeinsam mit seinem Landsmann und Kollegen Otto Weitling einige Projekte in Deutschland realisierte.

Vorliegender Band präsentiert in deutscher und englischer Sprache sieben Projekte des dänischen Baumeisters. Es handelt sich um den Katalog zu einer Wanderausstellung, die anlässlich des Deutsch-Dänischen Kulturellen Freundschaftsjahres 2020 entstand und vom 9. Juli bis 29. August in den Herrenhäuser Gärten in Hannover gezeigt wird. Die darauffolgenden Stationen der Schau sind noch in diesem Jahr Castrop-Rauxel und Hamburg. Genauere Informationen hierzu bietet das Portal Gesamtkunstwerke.eu.

Hendrik Bohle/Jan Dimog (Hg.): Gesamtkunstwerke. Architektur von Arne Jacobsen und Otto Weitling in Deutschland. Stuttgart, Arnoldsche Verlagsanstalt 2021. 248 Seiten, 170 Abbildungen, 38 Euro (Foto: oh)

Arne Jacobsen kam 1902 in Kopenhagen zur Welt. Seine Vorbilder waren das Bauhaus und Mies van der Rohe. Ab 1957 widmete er sich so unterschiedlichen Vorhaben wie einer Wohnhausgruppe im Berliner Hansaviertel, dem Glasfoyer der Herrenhäuser Gärten in Hannover, Rathäusern in Mainz und Castrop-Rauxel bis hin zur Ferienanlage auf der Ostseeinsel Fehmarn.

Das Buch enthält zahlreiche Fotos, Pläne, Daten und Fakten zu den Bauprojekten. Überall erkennt der Leser Arne Jacobsens Handschrift: klug durchdachte Konzepte, elegante Schlichtheit, klare und sorgfältige Ausführung sowie eine Einbettung in das landschaftliche und städtebauliche Umfeld. Die Reduktion auf das Wesentliche macht seine "Gesamtkunstwerke" zeitlos.

Die Publikation bezeugt Jacobsens und Weitlings Bedeutung für die moderne Architektur in Deutschland. Die beiden haben der nordisch-funktionalen Bauweise hierzulande den Weg geebnet. Zugleich verkörpern ihre offenen Empfangshallen, Bezüge in die Umgebung, der Verzicht auf Monumentalität das Demokratie-Verständnis der "alten BRD".

Die Herausgeber setzen sich nicht zuletzt dafür ein, dieses spätmoderne Erbe ins 21. Jahrhundert zu überführen. Zwar stehen alle vorgestellten Bauten unter Denkmalschutz; mehrere wurden vorbildlich saniert. Ein nachhaltiges Pflegekonzept existiert jedoch lediglich für das Rathaus in Mainz.

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