Debatte@SZ Erdowahn

Darf sich ein Fernseh-Satiremagazin wie "extra3" über die Pressezensur des türkischen Staatspräsidenten Erdoğan lustig machen? Die Nutzer der SZ-Internetforen sind da - fast alle - einer Meinung.

Wegen einer TV-Satire hat das türkische Außenministerium den deutschen Botschafter vorgeladen. In den SZ-Internetforen heißt es dazu:

"In der Satire wird sich drüber lustig gemacht, dass Erdoğan die Presse zensiert. Seine Reaktion: Er will die Presse zensieren. Ich glaube der Mann schielt auf den Grimme-Preis!" (Maximilian Helm auf Facebook)

"Wenn dieser Machtmensch in seinem Land die Pressefreiheit mit Füßen tritt, können wir nichts dagegen machen." (Merkwuerden911 auf SZ.de)

"Der Song ist einfach nur klasse und sollte über die sozialen Netzwerke schnellstens und umfassend Verbreitung finden. Die Forderung die Ausstrahlung zu verbieten, grenzt allein schon an "Erdowahn"." (Klaus12)

"Der NDR sollte in Zukunft alle 'extra3'-Sendungen auch auf Türkisch ausstrahlen." (Schnolfi auf SZ.de)

"Hat Erdoğan keine Medienberater, die ihm was zum Streisand-Effekt erzählen können?" (Michael Janisch auf Facebook)

"Erdoğan mit seinem absolutistischen Machtanspruch erscheint wie ein Wiedergänger aus längst vergangener Zeit, als in Europa Monarchien herrschten und Majestätsbeleidigung eine Todsünde war. Der NDR sollte den Vorfall einfach ignorieren, aber ich fürchte, aus der Politik wird ein dezenter, aber deutlicher Hinweis kommen, solcherart Sendungen zukünftig zu unterlassen. " (Artus Daniel-Hoerfeld auf SZ.de)

"Die Beleidigung eines Staatsoberhaupts eines befreundeten Staates ist eine Handlung, die sich niemand gefallen lassen muss und sollte. Mit voller Berechtigung werden Spitzenpolitiker des In- und Auslandes in einem Rechtsstaat vor derlei unqualifizierten Angriffen geschützt. Der NDR täte gut daran, die Sendung abzusetzen, die redaktionell Verantwortlichen zu feuern und sich nicht nur bei Erdoğan, sondern bei allen türkischen Bürgern weltweit zu entschuldigen." (bxdc auf SZ.de)

Weitere Beiträge finden Sie unter sz.de/extra3

Folgen Sie der Süddeutschen Zeitung/extra3 auf twitter und Facebook.