Wo sehen Sie die Grenzen eines gesunden Lebensstils? Das fragte Süddeutsche.de seine Leser. Hier sind die Antworten:
"Etliche Gesunde haben nur deshalb ein latent schlechtes Gewissen, weil ihnen von der Werbung suggeriert wird, falsch und ungesund zu leben. Dieser Gesundheits- und Fitnesswahn ist eine reine Erfindung der Industrie, die damit Milliarden verdient. Für jeden Sport erst mal die richtige Uniform, Pillen, Säfte, Nahrungsergänzungsmittel, um zu überleben, Multimediainstrumente, die mir sagen, wann und wie lange ich vor Überanstrengung ohnmächtig war. Und auf Grund dieser Daten stuft mich die Krankenkasse dann als Risikokunde ein. Warum immer diese Extreme? Eine Praline weniger, ein Scheibe Wurst weniger, ein Glas Bier weniger, ein paar Stunden mehr an der frischen Luft - ein gesundes Leben kann so leicht, einfach und schön sein." (kayef auf SZ.de)
"Wenn mir dieses sogenannte gesunde Leben mehr Verbote, psychischen Druck und kaum mehr Spaß am Leben bereitet, dann ist wohl die Grenze erreicht. Diese Grenze liegt natürlich bei jedem woanders. Wenn man aber sieht, wie viele Zeitgenossen sich einem Gesundheitsdiktat mit allen negativen Nebenwirkungen unterwerfen, denke ich mir manchmal, wie bedauernswert ist so ein Leben!" (porsche13 auf SZ.de)
"Dass sich Erkrankte an Regeln klammern, ist nur zu verständlich. Anders ist es bei den Gesunden. Sie sollten eigentlich unbeschwert sein und ebenso leben. Das ist für ihre Gesundheit besser als das tägliche Müsli - außer es schmeckt ihnen. Natürlich ist es richtig, auf Essen, Trinken und Bewegung zu achten. Auch als Laie weiß ich aber, dass der gesunde Körper viel vertragen kann, nur eben nicht im ständigen Übermaß. Das gilt jedoch für alle Lebensbereiche." (Parisien auf SZ.de)
"Gesundheitsapostel sind nur auf der Flucht: Letztlich auf der Flucht vor dem Tod, der grundlegenden Angst, die wir alle haben und der wir alle auf unterschiedliche Weise begegnen." (IkaRapka auf SZ.de)
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