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Corona:Sinn und Unsinn der Maskenpflicht

Angst vor der Gewohnheit macht sich breit. Wenn nicht jetzt, wann soll die Maske dann gänzlich fallen? Ein Leser warnt vor zu frühem Absetzen, man müsse sich vor der Delta-Variante schützen.

Coronavirus - Grundschulen in Schleswig-Holstein öffnen wieder

Lernen mit Maske bis zu den Ferien: In einigen Bundesländern beenden Schülerinnen und Schüler dieses Schuljahr demnächst.

(Foto: Gregor Fischer/dpa)

Zu "Die Maske fällt" und "Frei Schnauze", beide vom 15. Juni:

Sicher ist das Tragen einer Maske bei den aktuellen Temperaturen unangenehm, aber die Vehemenz, mit der die Abschaffung der Tragepflicht insbesondere von Politikern der FDP und AfD gefordert wird, lässt sich nur mit den Worten "hirnloses Wahlkampfgetöse" beschreiben! Blättert man auf Seite sechs, findet man den Artikel "Johnson verschiebt die Freiheit". Warum? Weil die hochansteckende Delta-Variante des Coronavirus die Infektionszahlen in die Höhe schnellen lässt. Sollten Gerichte das Tragen von Masken als unbotmäßige Beschneidung der persönlichen Freiheit sehen, dürfen wir wohl alle künftig nackt herumlaufen!

Josef Feuerstein, Markt Schwaben

Wie kann es sein, dass man die Deutungshoheit über diese Maßnahme einzelnen Virologen wie etwa jüngst Friedmann Weber von der Uni Gießen überlässt, der meint, für 83 Millionen Menschen sprechen zu dürfen, wenn er der Morgenpost sagt: "Die Maske tut doch niemandem weh." Das kann seine persönliche Meinung sein. Die Maske ist eine große Einschränkung der persönlichen Freiheit, die genauso ständig kritisch auf ihre Notwendigkeit und Verhältnismäßigkeit geprüft werden muss wie jede andere Maßnahme auch. Es kann und darf nicht sein, dass sich die Maskenpflicht jetzt zu einer Dauerpflicht entwickelt, unabhängig der Prüfung zwingender Notwendigkeit und juristischer Prüfung.

Silke Petersen-Ehret, Weilheim/Obb.

Die Mund-Nasen-Masken sind nicht nur Symbol staatlicher Übergriffigkeit (R-Wert 0-6 in Schleswig-Holstein am 15. Juni), sondern sie sind Zeichen des Gruppenzwangs und der Hilflosigkeit gegenüber der Pandemie. Die Maske hat jedoch eine Reihe von medizinischen und sozialen Nebenwirkungen. Erstens ist sie eine Atembremse (besonders bei Asthma und COPD). Zweitens verändert sie die Einatmungsluft. Die erhöhten Kohlendioxidwerte führen zur Erhöhung der Atemfrequenz und damit zur Erhöhung der Herzschlagfrequenz und zur Herzschädigung. Drittens führt die Bildung einer feuchten Kammer unter der Maske zu stark vermehrten Hautentzündungen im Munddreieck. Viertens kommt es zu einer Veränderung der Sprache akustisch und durch Aufhebung der sprachlichen Mundinformationen. Fünftens verändert sich das Sehvermögen durch Verrutschen der Maske und Beschlagen der Brille. Sechstens verhindert sie interpersonelle Kommunikation durch Aufhebung der Gesichtssprache von Mund und Nase. Zustimmung, Abneigung, Ekel, erotische Aussagen sind unter anderem betroffen.

Siebtens führt die Maskenpflicht zur Zerstörung der sozialen Systeme durch Misstrauensförderung. Achtens kommt es zu Aufmerksamkeitsstörungen durch ständig verrutschte Masken, neuntens zu Geruchs- und Geschmacksstörungen.

Es ist zudem auch intellektuell unverständlich, dass jeglicher Einwand gegen die Maskenpflicht als Zweifel an Obrigkeitsstaatlichkeit, auch von selbsternannten Polizisten, interpretiert wird.

Prof. Dr. med. Dr. habil. Felix-Rüdiger G. Giebler, Friedrichstadt

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© SZ vom 19.06.2021
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