CDU:"Laschet, lach net"

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Mitten im Katastrophengebiet bricht Kanzlerkandidat Armin Laschet in Gelächter aus. Unerhört, sagen manche. Andere nehmen ihn in Schutz, finden die Debatte darüber überzogen.

Zu "Ein verstörendes Bild" vom 19. Juli:

Vermeintlich unbeobachtet konnte Ministerpräsident Armin Laschet sich echt, also so wie er ist, verhalten und wohl einen Witz erzählen, anstatt dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier zuzuhören. Das ist eine unerhörte Respektlosigkeit dem Staatsoberhaupt gegenüber und eine Missachtung den schwer betroffenen Flutopfern gegenüber.

Die zur Verharmlosung bemühten Übersprunghandlungen hingegen können bei existenzieller Gefahr oder drohendem Leid geschehen, aber nicht, wenn Laschet sich gefahrlos auf die Worte des Staatsoberhauptes konzentrieren sollte. Interessanterweise wird häufig als Paradebeispiel für Übersprunghandlungen die Hackordnung bei Hähnen genannt, die, statt eine Entscheidung zu suchen, vorübergehend auf friedliches Futterpicken überspringen. Aber auch abgesehen vom politischen Hahnenkampf handelt sich meines Erachtens um einen weiteren Fehltritt des Kanzlerkandidaten der Union.

Helmut Brenner, Bad Salzuflen

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach in Erftstadt von den Toten der Flutkatastrophe, dem Leid in den Überschwemmungsgebieten. Als er das sagt, sieht man hinter ihm den lachenden Ministerpräsidenten Armin Laschet. Das ist aber nur ein Teil dessen, was sich beim gemeinsamen Auftritt des Bundespräsidenten mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten in Erftstadt abspielte.

Einige Minuten später spricht Laschet in die Mikrofone. Im Hintergrund steht Steinmeier. Auch er bricht in Lachen aus. Beide Politiker, ihre Begleitungen, auch Rettungskräfte, sollen sich über einen auf dem Bauch liegenden und schreibenden Journalisten amüsiert haben. Die Kraft der Halbwahrheiten zeigt hier ihre hässliche Fassade.

Brigitte Simon, München

"Laschet, lach net", könnte man sagen, vor allen nicht über Flutkatastrophen und Hochwasseropfer. Nachdem sich seine Hauptkonkurrentin um das Kanzleramt, Frau Baerbock, ein Eigentor nach dem anderen schießt, stellt er sich mit dieser Aktion selbst ins Abseits. So viele aufgelegte Elfer, die man dann verschießt, bekommt man in der Politik nicht.

Martin Behrens, Wien/Österreich

Die Empörung über den Lacher ist unerträglich. Dabei ist es gar nicht nötig, sich auf die eine oder andere politische Seite zu schlagen. So ein Lachen in einer solchen Situation ist Bild und Zeichen eines Moments der Entspannung und Erkenntnis, dass Weinen und Lachen die zwei Seiten derselben Medaille sind.

Ich kann da gut aus persönlicher Erfahrung erzählen. Viel ist auch gelacht worden, als wir beim Aufräumen nach der Hochwasserkatastrophe von 2013 in Passau vor dem zerstörten Erdgeschoß unseres Hauses standen und eine Brotzeit einnahmen. Wir Geschädigten zusammen mit zahlreichen Helfern, Studenten von überallher und Nachbarn. Witzige Bemerkungen und Bilder waren die Gründe dafür. Und hernach konnten alle wieder neu anpacken.

Vielleicht hätte man als Reporter oder Filmer nicht unbedingt draufhalten müssen auf Laschet in dem Moment und als Presseorgan sich nicht an den Fotos, die keinen echten Nachrichtenwert haben, verlustieren müssen. Am schäbigsten aber sind Generalsekretäre und andere, die so etwas als Wahlkampfmunition nutzen.

Josef Sattlegger, Passau

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