Bundestrainer:Wer kommt nach Löw?

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15 Jahre coacht Jogi Löw das deutsche Fußball-Nationalteam. Seinen Abgang hätten viele früher erwartet, nach dem WM-Sieg 2014 wäre es ideal gewesen, finden Leser. Dass er nun nach der Europa-Meisterschaft gehen will, kam für viele überraschend.

Zu "Ein Sommer ohne Trainerfindungskommission" vom 11. März und "Zum jetzigen Zeitpunkt überraschend", 10. März:

Die einen sagen, der Mann würde schlecht behandelt, die anderen sagen, es wird Zeit. Philipp Lahm trat nach dem WM-Sieg 2014 von der Nationalelf zurück, das war ein kluger Schritt. Für Joachim Löw wäre das auch der richtige Zeitpunkt gewesen, aber er hatte noch keine Europameisterschaft gewonnen, also blieb er. Dann war die Rede davon, in Russland den WM-Sieg zu wiederholen. Es wurde ein Reinfall, ein Desaster, aber Löw trat nicht zurück. Im letzten Jahr kam dann das Spiel gegen Spanien, bei dem Deutschland mehr als vorgeführt wurde. Löw trat immer noch nicht zurück. Nun will Löw die EM 2021 gewinnen, um dann aufzuhören. Was macht er, wenn es wieder ein Reinfall wird?

Löw hat seit 2014 mehr als 40 neue Spieler in die Nationalmannschaft berufen. Vor zwei Jahren sortierte er auf ziemlich fiese Weise die Spieler Müller, Hummels, Boateng aus. Seit eineinhalb Jahren wird bei Bayern wieder erfolgreich Fußball gespielt, auch von Müller und Boateng (sowie Hummels in Dortmund). Löw kommt mit seiner Umbruchtruppe auf keinen grünen Zweig. Nun geht es um Löws Nachfolge. Das Nationalteam braucht einen Trainer, der Personal beurteilen kann wie Stefan Kuntz (U21) oder Hansi Flick (soll aber bei Bayern bleiben!), und erfahrene Spielerpersönlichkeiten. Aber was sage ich? Es gibt in Deutschland 80 Millionen Bundestrainer.

Axel Bock, München

Nicht nur Fußballgrößen erfasst das Phänomen, nicht rechtzeitig aufhören zu können, dann, wenn es "am schönsten" ist, wie beim WM-Titel 2014. Dazu gehören Charakterstärke, eine Portion Demut und die Verlässlichkeit eigener Endlichkeit. Natürlich hat auch der DFB kapitale Fehler gemacht mit seiner zögerlichen, unentschlossenen Haltung und damit dem Ansehen der Nationalmannschaft einen Bärendienst erwiesen. Er hätte Löw Brücken bauen können für einen gesichtswahrenden Abschied. Vielleicht verblasst die Erinnerung an den eher quälenden Abgang gegenüber den Höhepunkten seiner Laufbahn. Zu wünschen wäre es ihm.

Christoph Schönberger, Aachen

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