Weitere Briefe:Das Benko-Problem in München

Weitere Briefe: Ungewisse Zukunft: Baustelle des Benko-Konzerns Signa in der Münchner Innenstadt.

Ungewisse Zukunft: Baustelle des Benko-Konzerns Signa in der Münchner Innenstadt.

(Foto: Robert Haas)

Ein Immobilienhändler hat sich verrechnet. Und die CSU in Hinblick auf die Europawahl und das Tierwohl in bayerischen Stallungen vielleicht auch.

Und bei Amazon knallen Korken

"Sorge vor Verfall und Stillstand" vom 30. November:

Die Amazons werden wohl etliche Pullen aus ihren gruseligen Lagerhallen - vielleicht aus der in Unterschleißheim - geholt und kräftig die Korken knallen lassen haben: Seit René Benko sich an den Kaufhäusern vergriff, wurde zum Beispiel ich keine schlechte Kundin dort. Und das leider sogar trotz meiner unbändigen Wut auf die barbarischen Aktionen des nun insolventen Benko-Unternehmens, damals, als er Zugriff erhielt auf unsere Alte Akademie, diesen Schatz in der Münchner Innenstadt.

Angelika Boese-Kruschewsky

Da verrechnet sich die CSU

"Söders Gegner heißt Aiwanger" vom 24. November:

Die CSU wird aus folgenden drei Gründen bei der Europawahl 2024 bedeutsame Verluste gegenüber ihrem 2019er-Stimmenanteil von 40,7 Prozent erleiden: Erstens, da die CSU vor fünf Jahren mit der vollkommen aus der Luft gegriffenen Behauptung zusätzliche Stimmen erzielte, dass, wenn viele Bayern die CSU wählen, dann eher der Niederbayer Weber zum Kommissionspräsidenten gewählt würde. Dieser Posten wird aber durch die Staats- und Regierungschefs vergeben.

Zweitens, da die CSU zunehmend gegen Fremde und gegen die Brüsseler Politik wettert, was dazu führt, dass viele Wähler zu den rechts von ihr liegenden Parteien AfD und FW abwandern. Denn der Wähler wählt dann gleich die Originale für diese Themen.

Drittens, da Bayern bei der Klimapolitik mehr als alle anderen westdeutschen Bundesländer versagt hat, obwohl es sich gesetzlich verpflichtete, bis 2040 klimaneutral zu sein. 1990 bis 2021 sank der CO₂-Ausstoß in Bayern nur um 18 Prozent, im außerbayerischen Bund dagegen um 44 Prozent. Bayern ist hier Spitze beim Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit, weswegen allerhand bisherige CSU-Wähler nun die Grünen wählen.

Wolfgang Maucksch, Herrieden

Tierschutz ausgehebelt

"Ein Wahlgeschenk erster Klasse" vom 20. November:

Vielen Dank für Ihren Bericht über die Neuorganisation der Veterinäraufsicht in Bayern. In der Tat handelt es sich bei dem Vorhaben, die Zuständigkeit der Veterinärämter aufzuspalten und die Oberaufsicht über die landwirtschaftliche Nutztierhaltung aus dem Umweltministerium herauszunehmen, um sie dem Agrarministerium zu übertragen, um einen faulen, ja, üblen politischen Schachzug mit dem Ziel, die Landwirte unter die Fittiche von Frau Ministerin Kaniber zu stellen.

Was unter "praxisgerechteren Kontrollen", mehr "Fingerspitzengefühl" und "anständiger" Behandlung zu verstehen ist, lässt sich unschwer vorhersagen, weil der Landesbauernverband mit ins Boot geholt wurde. Für die in den sogenannten "modernen Haltungssystemen" ohne Einstreu auf harten Betonspaltenböden dahinvegetierenden Tiere bedeutet das allemal nichts Gutes, und schon gar nicht für die in Dauer-Anbindehaltungen ausgebeuteten Milchkühe.

Die Amtsveterinäre haben ohnehin einen schweren, psychisch sehr belastenden Job. Da sie in Zukunft zwei Herren (Umwelt- und Agrarministerium) dienen sollen, kann alles nur noch schlimmer für unsere überzüchteten und extrem ausgebeuteten Mitgeschöpfe werden.

Für sie ist der Tod nach dem stressreichen Transport und der angsteinflößenden Schlachthofatmosphäre schließlich Erlösung von einem Elendsdasein, ohne dass sie zuvor ein artgerechtes Leben haben durften.

Eckard Wendt, Stelle

Hinweis

Leserbriefe sind in keinem Fall Meinungsäußerungen der Redaktion, sie dürfen gekürzt und in allen Ausgaben und Kanälen der Süddeutschen Zeitung, gedruckt wie digital, veröffentlicht werden, stets unter Angabe von Vor- und Nachname und dem Wohnort. Schreiben Sie Ihre Beiträge unter Bezugnahme auf die jeweiligen SZ-Artikel an forum@sz.de. Bitte geben Sie für Rückfragen Ihre Adresse und Telefonnummer an. Postalisch erreichen Sie uns unter Süddeutsche Zeitung, Forum & Leserdialog, Hultschiner Str. 8, 81677 München, per Fax unter 089/2183-8530.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: