Bankberater:Das Geschäft mit dem Geld

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Abendliche Skyline aus Bankgebäuden in Frankfurt am Main - v.l.n.r.: Europäische Zentralbank, Commerzbank, Dresdner Ban

Abendliche Skyline des Bankenviertels in Frankfurt am Main

(Foto: Rainer Unkel/imago images)

Kann man dem Bankberater vertrauen? Die Antwort auf diese Frage speist sich meist sehr subjektiv aus eigenen Erfahrungen.

"Kann man dem Bankberater vertrauen?" vom 30. Mai:

Ein paar Regeln

Nein, man kann Bankberatern nicht trauen. Der von der Zentrale geschickte Berater hat in wenigen Jahren die Erträge für meine Alterssicherung, die der Mitarbeiter der lokalen Filiale erwirtschaftet hatte, vollständig zunichte gemacht. Nach meinen Erfahrungen sollte man folgende Regeln beachten:

Trauen Sie keinem Bankberater, auch keinem von den Sparkassen oder Genossenschaftsbanken, selbst wenn Sie Genossenschaftsanteile besitzen. Verlangen Sie vom Berater Auskunft darüber, wo Sie die Entwicklung der Kurse des verkauften Produkts nachverfolgen können, damit Sie rechtzeitig die Reißleine ziehen können. Lesen Sie das Protokoll genauesten durch, auch und besonders die ersten Seiten, wo Ihre Risikobereitschaft beziehungsweise der Zweck Ihrer Anlage aufgeführt ist. Gehen Sie nie alleine zur Beratung, nehmen Sie immer eine zweite Person mit. Falls es zu gerichtlichen Auseinandersetzungen kommen sollten, lassen Sie sich nicht einschüchtern und irritieren. Bestehen Sie während einer Verhandlung darauf, dass die von Ihnen benannten Zeugen gehört werden. Im allgemeinen sind die Richter auf Vergleiche aus, da sie dann kein Urteil schreiben müssen. Die gerichtlichen Vorschläge fallen meistens zugunsten der Bank aus.

Otto von Stetten, Aachen

Immer auf die Banken

Als Betroffener (bis 2021 Bankberater) möchte ich gerne ein paar Anmerkungen zu dem Artikel machen. Es ist richtig dass die Bank circa 80 Prozent der Fondprovision als Provision erhält, jedoch ist eine Bank - ebenso wie der Verlag Süddeutsche Zeitung - ein Wirtschaftsbetrieb. Das heißt, dass Mitarbeiter, Gebäude und Verwaltung bezahlt werden müssen. Auch die Süddeutsche bei der Sie arbeiten, kostet im Tagespreis 3,50 Euro und auch Sie erhalten ein Gehalt. Warum kann die Süddeutsche trotz der vielen Werbung nicht kostenlos sein wie Sie es von den Banken wünschen.

Auf Grund der Dokumentationen die der Berater mit dem Kunden durchgehen muss, kann der von ihnen geschilderte Fall der 90-jährigen Oma so nicht mehr vorkommen. Dieses Beispiel ist schon vor 20 Jahren angeführt worden. Lassen Sie sich dazu was Neues einfallen oder bringen Sie einen Nachweis.

Sollte man sich also am besten gar nicht bei seiner Bank beraten lassen? Sie führen hier an, nicht zur Bank zu gehen, sondern lieber einen Honorarberater zu kontaktieren. Hier fehlt einfach die Angabe, was der Honorarberater verlangt oder wollten Sie das absichtlich unterlassen?

Sie schreiben, nicht alle Berater sind Abzocker. Aber gerade die Überschrift ihres Artikel erweckt genau diesen Eindruck. Sie schreiben am Schluss ihres Artikels, man solle einen Honorarberater beauftragen, sich über Youtube informieren oder zur Verbraucherzentrale gehen. Das kann nicht ihr Ernst sein. Immer wieder die Banken. Wo sind ihre Artikel über Autoverkäufer, Autowerkstätten, Versicherungsvertreter oder Immobilienmakler. Immer auf die Banken einzuschlagen, ist primitiv und langweilig.

Klaus Lehmann, Weil

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